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Willkommen zur Kunst-Ausstellung «Objektbilder»

künstlerische Arbeiten von Walter Schmidt 2022 bis 2026

Aktuell:

Ausstellung unter dem Motto:

"Wenn Schönheit deine Seele küsst, dann wird das Glück geboren"


Ausstellung im Gemeindezentrum Volketswil, In der Au 1

vom 21. Mai bis 26. Juni 2026

Mo - Fr 9.00 - 21.00Uhr


Zusätzlich:
    Pfingstmontag, 25.Mai von 13.00 - 20.00 Uhr

                         und Sa/So 13. / 14. Juni 13.00 - 20.00 Uhr

                        Walter Schmidt ist anwesend.

Vernissage: Donnerstag 21. Mai 2026, 18.00

Vita Walter Schmidt

Geboren: 1944 Nähe Graz, Steiermark

Ausbildung:

1972 Technische Hochschule Graz, Dr.tech ( Physik)

1973 Auswanderung in die Schweiz

1973 Zentrale Forschung Alusuisse, BBC Dättwil, Contraves

1991 MBO, Gründung der Firma Dyconex AG

1995 Erste künstlerische Aktivitäten (Hobby) gefolgt von 

- Schmuck Design, Goldschmiede, Emailkunst

- Digital Painting: Erste Austellungen in der BRD, Österreich und der Schweiz

- Graphik: Heliographien. Erster Auftrag zur Gestaltung eines Zyklus mit 30     Heliographien mit dem Thema "Electronic goes green" von der Fraunhofer     Gesellschaft, Berlin.

- Verschiedene Ausstellungen in Österreich und der Schweiz

2003 Gründung der Firma PlantCare

2020 Beginn der Arbeiten an Objektbildern

2022 Erste Ausstellung von Objektbildern in Russikon



Objektbild Nr. 01
Wenn Schönheit deine Seele küsst, dann wird das Glück geboren (Teil 1)…

2026,30x30cm, Objektrahmen, MuseumsglasTeil 1 - 3 total CHF 1800.-
Die Objekte 1-3 bilden zusammen ein Tryptichon.

Drei grosse Blätter der Pfeifenwinde wurden mit Reflexfarben lasiert und jedem Blatt wurde ein passendes Schmuckstück zugeordnet.

Hier eine schwarze Koralle mit Swarovski-Steinen besetzt.

Hintergrund

Das kann schon Mal passieren, dass sich Schätze jahrelang in einem Stapel Löschpapier in einer Herbarium-Presse verstecken.

Bis ein unbedarfter Griff in tiefere Regionen, diese ans Licht des Ateliers katapultieren.

Der Schatz bestand aus gepressten Blättern einer Pfeifenwinde.

Wer dieses Gewächs kennt, weiss von was ich rede. Grössere Blätter findet man nur im botanischen Garten oder im richtigen Urwald.

Zudem sind sie so schön herzförmig, so dass sie beim Betrachter sofort Sympathie erwecken.

Stellt man sie auf den Kopf, dann erhält man ein Schild, das sich direkt anbietet zu einem Kunstwerk veredelt zu werden.

Das habe ich versucht und ich meine, es ist mir nicht schlecht gelungen.

Wenn man ein getrocknetes Pfeifenwindenblatt in die Finger nimmt, dann sollte man extrem rücksichtsvoll vorgehen. Es ist hauchdünn und entsprechend sehr leicht zu zerbrechen. Daher muss man es zuallererst mechanisch stabilisieren.

Dazu muss man auf beiden Seiten eine dünne, farblose Lackschicht aufbringen und nachdem diese getrocknet ist, ist das Blatt für die nächsten Schritte bereit.

Und jetzt erst ist die Phantasie und Kreativität des Künstlers gefragt. Ich versetze mich dazu immer in das Gehirn eines Betrachters.

Was würde mich interessieren, erfreuen oder berühren? Oder gibt es ein aktuelles Thema das sich thematisieren lassen möchte.

Überraschungen sind immer gefragt. Daher ist es schlau solche im Bild zu verstecken. Der Betrachter soll neugierig gemacht werden, damit er näher tritt um die Details näher zu betrachten und auch über die Technik zur Herstellung nachzudenken. 

Ein Zweig einer schwarzen Koralle aus den USA, aufgepeppt mit einigen Glasomanten österreichischer Provenienz, macht neugierig und bringt zusätzlich die notwendigen Glanzpunkte in das Bild.

Nach grob geschätzten 27'857'367 Sekunden kann man sich daran machen, die zwei Elemente in einen Objektrahmen, der mit einem staubfreien Samt ausgeschlagen ist, zu platzieren.

Schlussendlich sollte ein Titel helfen, die Intension des Künstlers zu entschlüsseln. Ich meine in vorliegenden Fall ist der Titel der Ausstellung durchaus angebracht.


Objektbild Nr. 02
Wenn Schönheit deine Seele küsst, dann wird das Glück geboren (Teil 2)…

2026,30x30cm, Objektrahmen, MuseumsglasTeil 1 - 3 total CHF 1800.-

Das Pfeifenwinden-Blatt ist anders als die Nr.1 in einem Blauton gehalten. Das Schmuckelement und das Zusatzelement im oberen linken Bereich, ist eine grosse Brosche aus schwarzem Acrylglas mit  Echtgold umfassten Opalsplittern.

Eine zusätzliche Linie aus Swarovski-Kristallen und ein sehr kleines Pfeifenwindenblatt, sind weitere Designelemente, sodass ein optimaler Gesamteindruck entsteht.

Hintergrund

In der Variante 2 wird als Schmuckelement der Rest einer zerbrochenen Brosche verwendet.

Diese besteht aus an die 50 aus 18ct Gold gefertigten Winkelteilen in denen kleine Opalsplitter sitzen.

Diese Elemente, die spiralförmig angeordnet sind, sind in einem schwarzen Epoxidharz eingegossen, das die Form einer leicht bombierten Linse aufweist. 

Es kommt, wie es nicht immer kommen muss, aber Dinge fallen üblicherweise  nach unten und wenn sie dort auf einen harten Widerstand stossen, dann ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass die Enddestination Kübel oder Reparaturwerkstatt lautet.

Im vorliegenden Fall lautete sie aber „Schublade 143“ wo sie schon von Kollegen und Kolleginnen freudig erwartet wurde.Nach geschätzten 7 Jahren wurden 2 der etwa 4 Bruchstücken von ihrem Dornröschenschlaf erweckt und ihnen so eine neue Zukunft eröffnet.

Die beiden ausgewählten Bruchstücke wurden fugenlos zusammengeleimt und die Bruchnaht mit Similisteinen unsichtbar gemacht. Damit wurde der geflickte Brosche eine neue, glanzvolle Zukunft verschafft. 


Objektbild Nr. 03
Wenn Schönheit deine Seele küsst, dann wird das Glück geboren (Teil 3)…

2026,30x30cm, Objektrahmen, Museumsglas Teil 1 - 3 total CHF 1800.-

Dieses Objektbild ist das Dritte der Serie „Schönheit“. Das Pfeifenwinden-Blatt wurde wiederum farblich anders ausgeführt.

Eine Gürtelschnalle eines Abendkleides wurde als Schmuckelement ausgewählt und die Aussenkontur, sowie die zentrale Achse mit Swarovski – Kristallen hervorgehoben

Hintergrund

In der Variante 3 wird das Blatt in einem helleren Blau lasiert. Als Schmuckelement kam mir eine pompöse Gürtelschnalle zwischen die Finger, die sich als Eyecatcher anbiederte, sodass ich nicht NEIN sagen konnte. 

Dazu wurden die Blattränder und auch die zentrale Achse mit Glasomanten belegt und auch das spitze Ende flächig damit tapeziert. 

Für die Rückwand wurde ein dunkelblauer Samt ausgewählt. Ich meine, im Grossen und Ganzen ist auch dieses Objektbild präsentabel. 


Objektbild Nr. 04
«Stachelbewehrte Umweltaktivistin kontrolliert neophytisch veranlagte Schönheit»

2026, 45x45cm, Objektrahmen, Museumsglas

CHF 800.-

Das Bild ist ein Beweis dafür, dass auch aus dürren Blattspitzen eines beaucarnea rechurvata, einigen Samenständen einer unbekannten Gartenbewohnerin und ein gerüttelt Mass an Phantasie und Unbekümmertheit, etwas – wie ich meine – recht Ansprechendes entstehen kann.

Dabei sollte man die Hornisse nicht übersehen, denn dann wäre es schwierig, den Titel zu verstehen.

Hintergrund

Das kommt davon, wenn man sich einen Namen macht, für einen, der selbst aus absolut nutzlosen Dingen, neue komplett nutzlose Dinge schaffen kann. Dabei muss man nur die nutzlosen Objekte so frech kombinieren und/oder so verändern, dass das Resultat zwar wieder nutzlos, aber vielleicht zur Überraschung oder zur Augenfreude, oder im Idealfall, zu beidem wird.

Dazu, und das können Sie mir glauben, ist eine gehörige Portion Unbekümmertheit, Phantasie ja sogar Frechheit gefragt. Geradlinig denkende Zeitgenossen sind bei solchen Aufgaben überfordert. Da muss das Gehirn schon in der Lage sein, 4-fache Axel und 3-fache Rittberger gleichzeitig zu springen.

Natürlich sind auch handfeste manuelle Fähigkeiten, sowie die Kenntnis von Materialeigenschaften durchaus hilfreich. Wenn dann noch ein Fundus an verschiedensten nutzlosen Dingen vorhanden ist, dann kann vielleicht aus dieser Ursuppe eine neue, gut verdauliche Kost für menschliche Frontallappen gekocht werden.

Der vorliegende Fall ist ein typischer Fall von kreativer Abfallverwertung, werden doch abgefallene Blätter des beaucarnea rechurvata (Elefantenfussbaum) nicht nur künstlerisch, sondern auch monitär massiv aufgewertet.

Dazu benötigt man ein wenig Goldbronze, einen Haufen Quetschperlen, eine ruhige Hand und ein gerüttelt Mass an geduldiger Ausdauer. Das Ganze wird durch schöne Blütenstände einer Gartenpflanze noch schöner gemacht. Dazu gesellt sich eine exotische, neophytisch veranlagte Blume, in die sich eine, auf invasive Eindringliche spezialisierter Abwehrkämpferin, total verliebt hat. Und nicht zu vergessen: Die Komposition aller dieser Elemente zu einem neuen Ganzen, innerhalb eines schönen Rahmens.

Damit ich's nicht vergesse: Das Werk ist erst dann komplett, wenn auch ein adäquater, dem Werk entsprechender Titel gefunden ist.
Seien Sie ehrlich, wäre Ihnen ein noch passenderer Titel eingefallen? Wenn ja, dann können Sie das Objekt erwerben und in einer feierlichen Feier umtaufen. Der Schöpfer des Objektes möchte aber in gebührender Form darüber in Kenntnis gesetzt werden.


Objektbild Nr. 05
Schlacht der Spitzfindigen gegen die Einfältigen über die Vorherrschaft in der zweidimensionalen Kunst»

2026, 45x45cm, Objektrahmen Museumsglas   CHF 850.-

Beim Ausräumen unseres Ateliers in Russikon, fanden sich unerwartet an allen Ecken und Enden Blei- und Buntstifte aller Grössen und Marken, sowie auch breite und spitze Pinsel jeglicher Machart. Die mussten sinnvoll eine neue Zukunft erhalten. Daraus wurde eine Schlacht zwischen den Spitzfindigen und den Einfältigen gestaltet.

Hintergrund

Jetzt aber einmal ehrlich, was würden Sie machen, wenn ihnen eines Tages unerwarteterweise an die hundert Farbstifte unterschiedlichster Couleur und Alter geschenkt würden?

Zusätzlich wurden durch die Auflösung eines Künstlerateliers an die hundert Pinsel arbeitslos, die ebenfalls eine neue Heimat suchten.

Ich nehme an, Sie würden sich wahnsinnig freuen, denn Sie wollten sicher schon immer einmal mit Farbstiften Mikado spielen, bei dem die Pinsel einfältig zuschauen könnten.

Ich habe mir aber etwas anderes einfallen lassen
Ich stellte mir vor, wie die Spitzfindigen gegen die Einfältigen in einer Schlacht um die Vorherrschaft in der zweidimensionalen Kunstwelt aneinandergeraten.

Da ist dann etwas los, da fliegen die Fetzen.

Nun, die Vorstellung von einer solchen Schlacht ist das Eine, die konkrete Realisierung aber das Andere.

Sie können es glauben oder nicht, ich musste noch Reservisten einberufen, die ich in der Migros beschaffen konnte.

Alles im allem wurden an die hundertelfeinhalb spitzköpfige Söldner rekrutiert. Dazu kommt noch eine erkleckliche Zahl von ein - und zweifältigen Pinseln, was in der Summe ein tolles Schlacht-Tohuwabohu ergibt.

Die Objekte mussten - bedingt durch die begrenzte Höhe - gekürzt werden, wobei praktisch immer ein Gehrungsschnitt notwendig war. Der Aufbau des Bildes dauerte daher eine ganze Woche.
Fazit: Auch das Chaos kann überraschend schön sein.


Objektbild Nr. 06
Die Sexkant- Schrauben

2024,30x40cm, Objektrahmen Museumsglas   CHF 500.-

Als mir meine Frau mit verschmitztem Lächeln eine Schachtel mit 10 roten Sechskant-Plastikschrauben in die Hand drückte, mit der Bemerkung: da findet sich doch in deinen Hirnwindungen sicher eine geniale Idee". Da musste ich mich dieser Herausforderung stellen.

Honi soit, qui mal y pense!

Hintergrund

Immer dann, wenn meine Frau mit einer alten Schachtel daherkommt, dann befällt mich ein Gefühl das schwer zu beschreiben ist.

Es weckt einerseits augenblicklich Neugierde: Was hat sie jetzt wieder exhumiert? Andererseits habe ich das Gefühl wie vor einer Prüfung: „Na jetzt zeig Mal was du kannst.“

In diesem Fall war eindeutig das zweite der Fall. Denn als ich dankbar die Schachtel öffnete sah ich erst Mal rot.
Es waren 10 Stück rote Sechskant-Plastikschrauben, wie sie als Bodenanker für - na sie wissen schon für was – Verwendung finden.
Die mitgelieferte Bemerkung "Wenn du mit denen etwas anstellen kannst o.K. , wenn nicht, kannst du sie als Plastikmüll entsorgen" gab mir völlige Freiheit.

Man kommt sich dann vor als sei man ein Thermomix Plus.

Oben wirft man die Reste vom letztwöchigen Familienessen hinein und heute - schwupp die wupp - kommt das Dessert für morgen heraus.
Unter dem Motto "Nicht verzagen, Schrauben nagen" habe ich die Kreativabteilung meines Hirnes angeworfen und als erstes die Schrauben zu Sexkantschrauben umfirmiert. 
Sie hätten mir sicher sagen können, wie eine Sexkantschraube aussieht, aber es ist immer das Gleiche: Solche Geheimnisse gibt man nicht Preis, bevor man sie nicht patentiert hat.
Sexkantschrauben ohne entsprechende Attribute kommen ziemlich flach daher. Also man nehme Holzkugeln passender Grösse und positioniere zwei an den passenden Stellen.

Derr Rest ist Fleissarbeit, aber trotzdem sehr wichtig. Das gibt bei 10 Anlacherinnen ganz schön Arbeit, aber was tut man nicht alles um sein Publikum zu befriedigen.

Meist treten derartige Individuen scharenweise auf und bei 10 Anlacherinnen und einem Bildformat von 30x40cm kann man davon ausgehen, dass ein schönes Durcheinander, wenn nicht sogar ein Puff zu erwarten ist. Das Ambiente habe ich durch die ausschließliche Verwendung der Farben Gold und Rot versucht möglichst artgerecht hinzukriegen. 


Objektbild Nr. 07
Verwaiste Tessiner Gartenwirtschaft mit heliotropischer Reflexionsbodenheizung

2025, 50x50cm, zum Werk gestalteter Rahmen, MuseumsglasCHF 800.-

Dieses Bild zeigt eine Marriage zwischen Alt und Neu.

Der Hintergrund entstand vor über 20 Jahren als Digitaldruck eines Gastgartens im Tessin. Das Werk wurde dann durch goldene Farnblätter und weitere Massnahmen verdichtet.

Der Auslöser dazu war eine Bemerkung eines Bekannten über einen sehr heissen Ferientag in Ascona.  

Hintergrund

Auch dieses Objekt ist das Resultat einer sogenannten Aufräumaktion.

Aber gute Köche können auch aus Resten von gestern und vorgestern noch feine Sachen für heute machen.

Ob das vorliegende Resultat fein mundet, überlasse ich den Kostgängern, wobei in diesem speziellen Fall, etwas seit über 20 Jahren Eingemachtes mit sehr frischem Neuen kombiniert wird.

Basis ist ein Digitaldruck eines stark verfremdeten Fotos, das anlässlich eines Malkurses in Ascona geschossen wurde.

Es zeigt im originalen Zustand - von oben herab - einen leeren Gastgarten. Leer deshalb, da in diesen Tagen im März „grusiges“ Wetter herrschte und alle künstlerischen Aktivitäten in die Innenräume verbannt werden mussten

Wie der geneigte Betrachter noch erkennen kann, sind die Tische und Stühle leer, was wegen des damals herrschenden Sauwetters verständlich ist.

Andererseits habe ich Ende letzten Sommers von Bekannten, die in Ascona ein paar Tage Ferien machten erfahren, dass es bedingt durch die herrschende Hitze nicht möglich gewesen sei, im Freien einen Espresso zu trinken.

Das hat in meinem Kombinatorium reflexartig eine Reaktion und damit die Gestaltung eines neuen Objektbildes initiiert. Diese Kombination wird im Bildtitel beschrieben.

Als erstes wurde das auf Leinwand geplottete, rechteckige Bild quadratisiert, um in einen schon vorhandenen Bilderrahmen, inklusive dazu passendem Museumsglas, verpackt werden zu können

Das Objekt – auch wenn Sie es nicht glauben - ist sehr einfach aufgebaut. Das Wesentliche sind die vergoldeten Farnblätter, die an Flammen erinnern und einen heissen Sommertag vermuten lassen. Zudem wurden die noch freien Flächen durch Farbknäuel aufgepeppt. 


Objektbild Nr. 08
Hahnenkampf

2023, 30x25cm Museumsglas   CHF 500.-

Wenn scharfe Hähne sich mit fremden Federn schmücken,
um eine hübsche Henne zu entzücken,
dann kann es schon passieren,
dass sie sich blamieren.
Denn bei hohem Schwanzgewicht,
verliert man leicht das Gleichgewicht
und mit der ganzen Balzerei 
i
st’s dann schnell vorbei

Hintergrund

Dieses kleinformatige Objekt hat seinen Ursprung in einer Aufräumaktion, bei der mir noch einige Hühnerfedern und auch zwei Kunststoff-Hähne in die Finger gerieten. Diese waren objektiv nicht mehr attraktiv aber vielleicht könnte ein Touch-up mit anschliessendem Make-up, verbunden mit einer humorvollen Love-Story, einen spritzigen Cocktail ergeben.

Als erstes habe ich mir die Federn vorgenommen und diese nach Grösse geordnet, wobei immer eine Spiegelsymmetrie zu beachten war. Dann wurde spraylackiert und Glitzer lokal verteilt. 

Ich musste mir eingestehen, dass die farbliche Gestaltung der beiden aus der Landi stammenden, Jahrzehnte alten Kunststoffgockel furchtbar aussah und ich beschloss, sie umzufärben.

Dazu hatte ich «Schillerfarben» von Lascaux zur Verfügung und ich meine, ich konnte das schillernde Federkleid von Hähnen sehr gut reproduzieren.

Während dieser Arbeiten kondensierte sich in meinem Hirn auch eine Geschichte, in der auch einer Henne eine nicht unbedeutende Rolle zugeordnet wurde.

Da eine solche nicht vorhanden war, musste eine beschafft werden. Und auch ihr wurde ein völlig neues Make-up aufgelegt. Zudem musste ihr auch ein, der Situation angemessenes Federkleid - in Form von weissen Daunen angepasst werden.

Die räumliche Anordnung der drei Hauptdarsteller auf einem schwarzen Samt lässt bereits auf den tieferen Sinn der Sache schliessen: Siehe Titel.


Objektbild Nr. 09
Im freundlichen Gedenken an alle halbseidenen Finanzberater

2024/50x50cm, Objektrahmen MuseumsglasCHF 900.-

Manche Dinge schlafen jahrelang in unserem linken und/oder rechten Hirnlappen, bis ein oft völlig unbedeutendes Ereignis die Kraft hat, sie wieder aufzuwecken.

Das geschah 2024 nachdem meine Frau den Entschluss gefasst hatte, meine sich über Jahrzehnte zusammengesammelte Kravattensammlung aufzulösen. Das löste bei mir blitzartig eine Erinnerung an ein, einige Jahre vorher erlebtes Erlebnis eines „Vulkanausbruches“ im Illnauer-Wald, dazu aktivierte ein Objektbild zu schaffen. 

Hintergrund

Es begab sich vor 2 bis 3 Jahren, als ich beim Spaziergang im Illnauer – Wald an einer Sitzbank „sitzen blieb“.

Ich war zwar noch nicht „sitzreif“ aber sie war bereits von einem älteren Herrn teilbesetzt, der mich freundlich anlächelte und damit eine unausge-sprochene Botschaft kundtat, dass er an einer kommunikativen Wechselwirkung mit mir nicht abgeneigt sei.

Eine solche Einladung zu einem Schwatz sollte man niemals ablehnen.

Ich konnte natürlich auch nicht ahnen, welch köstliches, immaterielles Z’vieri die darauffolgende Stunde offerieren würde.

Nachdem das Wetter keinen besonderen Anlass für eine tiefer gehende Analyse bot, konzentrierte sich die Thematik – wen wunderts – auf das Berufsleben, bzw. das was als Erinnerung davon noch übrig war.

Und das war nicht wenig. 

Nach ein paar lauwarmen Sätzen änderte sich die Temperatur und der Druck mehr und mehr in Richtung Phlegräische Felder.

Mein Banknachbar hatte über viele Jahre in einer Schweizer Grossbank im Bereich „Private Banking“ reichen Leuten noch grössere Reichtümer versprochen, wobei die Antriebsenergie aus den nicht unerheblichen Kommissionen gespeist wurde. Diese flossen sowohl bei Vermögenszuwächsen als auch bei Abflüssen: D.h. die Bank verdiente immer und zwar – wen wunderts – nicht wenig.

Nach einem ersten Dampfablass war die Umgebung vogelfrei und er erzählte von völlig undurchsichtigen Transaktionen, die nur dazu geboren waren, um Kommissionen abzuschöpfen.

Eines Tages flog ein derartiges Geschäft auf und wie es Brauch ist in soliden Banken, sie hat immer einen Schuldigen bei der Hand bzw. Krawattenknopf

Mein Gesprächspartner sagte wörtlich: „Am liebsten hätte ich alle diese Typen an der eigenen Krawatte aufgeknöpft“. Und ich hatte das Gefühl er meinte es wirklich ernst.

Bei der Umsetzung dieser Geschichte in ein Objektbild konnte ich eine ganze Reihe meiner alten Reisebegleiter als Gestaltungselemente verwenden. Der Clou dahinter ist, dass die Krawatten an einem Seil, das oben einen Henkersknoten aufweist, am Krawattenknopf aufgehängt sind.

Die total 9 Krawatten mit sehr unterschiedlichem Dekor ergeben eine interessante Rückwand.


Objektbild Nr. 10
Hurra, hurra, sie ist schon da, uns’re neue Erde

2025, 45x45cm, Objektrahmen, Goldperlen, Museumsglas   CHF 950.-

Hurra, hurra, sie ist schon da, uns’re neue Erde.
Mit Wasser voll, das ist ja toll,
auf dass es Frühling werde 
Wissenschaftler suchen im All nach Exoplaneten, die als Ersatzerde in Frage kämen, wenn unsere Erde aus Mangel an Wasser nicht mehr bewohnbar wäre.

Hintergrund

Dieses Objektbild trägt schon eine lange Geschichte mit sich herum.

Es war eines der ersten Bilder der komplexeren Art und wurde gegen Ende 2022 geboren.

Es ist aber immer das gleiche Problem: Man hat eine Reihe von Gestaltungselementen in der Hand aber keine richtig gute Idee im Kopf.

$o betrachtete ich es als Fingerübung und setzte es auf die Wartebank für den Fall, dass vielleicht doch mit der Zeit eine Muse sich erbarmen würde, mich zu küssen.

Zudem muss gesagt werden, dass der materielle Wert des Bildes nicht zu vernachlässigen war, denn ich hatte aus Resten meiner ehemaligen Goldschmiederei 57 Perlen aus 18ct Gold und 19 selbst gefertigter Kettenglieder aus 925 Sterlingsilber in das Bild integriert.

So gesehen hätte man schon das unvollständige Werk bei Bucherer in der Bahnhofstrasse ausstellen können.

Aber der wahre Wert eines Kunstwerkes bemisst sich bekanntlich nicht an der Menge an verpinselter Ölfarbe, oder dem Gewicht der verwendeten Bronze, sondern an diesem imaginären Stoff, der auf magische Art und Weise Seelen berühren kann.

Und so ein Stoff kam - wie bestellt - in Form eines in der NZZ am Sonntag abgedruckten Gesprächs mit dem Zukunftsforscher Jeremy Rifkin, 80, US-Ökonom, Publizist und Vordenker, der dem Problem „Wasser“ höchste Dringlichkeit zuweist und sogar das Aussterben der Menschheit als Möglichkeit nicht ausschließt.

Gleichzeitig wird dieses Problem von den Technokraten klein geredet und sogar die Möglichkeit Wasser von anderen Planeten "heimzuholen" nicht ausgeschlossen.

Das gab mir den Impuls zur Gestaltung eines Objektbildes, in dem ein ganzer Ersatz-Planet die Erde erreicht und die noch lebenden Kreaturen ihn freudig empfangen und einzufangen versuchen.

Wie schon erwähnt, hatte ich bereits einen ersten Entwurf, der in seiner Grundkonzeption nicht verändert werden konnte.

Die Menschen, die den neuen Himmelskörper freudig begrüßen, mussten aber neu erfunden und hergestellt werden. Dabei kam mir zugute, dass ich 2-3 Wochen vorher ein Kaninchen - geliefert von unserem Bio Fleisch Produzenten - nicht nur verspeisen, sondern das Knochengerüst auch herauspräparieren konnte. Die Rückenwirbel haben eine sehr interessante Struktur und ein Kaninchen hat erstaunlich viele davon. 
Ich nehme an, dass Menschen nach einigen 100 Jahren - bei extremen Wassermangel - wahrscheinlich recht deformiert wären und daher fand ich es legitim, die Rückenwirbel zur Darstellung der Menschen zu verwenden.

Das Bild zeigt eine Abordnung von offenbar höher gestellten Militärchargen, die der Einfangung eines wasserreichen Exoplaneten mittels eines von Elon Musk entwickelten "STAR CATCHER's" beiwohnen.

Dadurch kann die Wasserversorgung der Erde für geschätzt 142.6 Jahre gesichert werden.

Der Preis für einen Liter Wasser wurde, bedingt durch die hohen Entwicklungskosten für den STAR CATCHER, auf SFR 117.-/l festgeleg

Politiker zahlen die Hälfte.

Das Bild soll durch seine Buntheit anziehend wirken und die interessanten Strukturen neugierig machen. 


Objektbild Nr. 11
Teeniwabini

2026, 45x45cm, Objektrahmen Museumsglas   CHF 800.-

Haben Sie eine 13-jährige Tochter oder einen  Sohn in diesem Alter?

Eine Prinzessin in Mitten Ihrer Gemütszustände?

Von himmelhochjauchzend zu Tode betrübt.

Eigendlich unmöglich zu beschreiben was da alles in einem jungen Menschen vorgeht.

Mögen Sie sich erinnern? Mögen Sie meine Interpretation lesen?

Hintergrund

Haben Sie schon einmal das perfekte Chaos erlebt? Ein richtiges Tohuwabohu?

Ja, dann haben sie wahrscheinlich eine Tochter, deren Pubertät ihnen sicher noch in "bester" Erinnerung ist.

Auch wenn man meint, schlimmer geht's nimmer, gibt es doch noch einen Booster, nämlich dann, wenn sich die Prinzessin das erste Mal verliebt.

Da bilden sich im Gehirn die verrücktesten Funktionsketten und Knoten, die sich täglich neu verknäueln.

Wenn Eltern diese Zeit selbst schon persönlich erlitten haben, dann wissen sie, dass, Gott sei Dank, das alles vorüber geht, wie Bauchschmerzen mit Durchfall.

Das Objektbild versucht die Gemütsstruktur einer solchen Teenager-Prinzessin nachzubilden, obschon das im Grunde gar nicht möglich ist.

Die Basis ist wie immer bei jungen Mädchen goldig, durchzogen von den unterschiedlichsten Emotionsphasen. Darüber liegt ein Geflecht von Wünschen und Handlungen, die vielfach vernetzt sind und keine erkennbaren, logischen Zusammenhänge besitzen.

Dominant ist auch das Abwehrverhalten nach aussen.

Das wird durch die vielen radial nach aussen gerichteten Stachelschweinstacheln versinnbildlicht.

Sie werden sich sicher fragen, woher ich diese "Bausteine" herhabe?

Das ist schnell erzählt: Ausschliesslich aus einer einzigen Lachsforelle, die ich am Wochenmarkt in Volketswil erstanden habe. Die Stachelschweinstacheln fanden sich im Fundus des Bastelmaterials meiner Frau, die selbst nicht mehr wusste, woher sie die hatte.

Eines ist aber ganz sicher: Die Stacheln wurden keinem lebenden Schwein ausgerissen.


Objektbild Nr. 12
Vom Zeitmesser zum Zeitfresser

2026,30x30cm, Objektrahmen Museumsglas   CHF 900.-

Dieses Objektbild stellt einen Höhepunkt in meinem künstlerischen Schaffen dar.

Die Beschaffung der Bildkomponenten ist schon eine eigene Geschichte und ich kann nur empfehlen, die Hintergrundgeschichte zu lesen.

Hintergrund

Im Bodensatz meiner Gefühle befinden sich, nebenden kurzlebigen die sich über einen Zeithorizont von Stunden bis mehrere Tage erstrecken, auch Gefühle die sich häuslich niedergelassen haben und damit bereits zur permanenten Einrichtung meiner Seele gehören.

Dazu zählen neben den Positiven, verstänlicherweise auch Negative, deren Gewicht durchaus variiren kann.

Ein Gefühl, das mich während meiner aktiven Zeit als Manager einer international tätigen Firma immer wieder begleitet und auch geplagt hat, war die Hektik, die absolute Dominanz der Uhr.

Man fühlt sich der Uhr ausgeliefert und man kann dieser Macht kaum mehr entkommen.

Als Reaktion darauf reagierte mein Körper mit massiven Herzrhytmusstörungen.

Man kann sich auch die Frage stellen, ob dieses Problem heute die ganze Gesellschaft zunehmend zu einem Sklaven der Zeit macht und wie könnte man dieses Problem in einem Bild darstellen.

Das Bild will deisen Zustand visualisieren, wenn eine "höhere" Macht die Zeit und dammit auch dich selbst mehr un mehr auffrisst.


Objektbild Nr. 13
Prima Ballerina

2022, 50x50cm, Objektrahmen, Museumsglas   CHF Privatbesitz

Es ist ein ganz besonderes Gefühl etwas in den Händen zu halten, von dem niemand auf der Welt – mit Ausnahme von dir selbst – weiss was es ist. 
Ich besitze einen solchen Gegenstand, seit Anfangs der 70-iger Jahre und ich hatte plötzlich den Einfall, ich sollte ihn nun als zentrales Element eines Objektbildes in‘s Licht der Öffentlichkeit stellen. 

Freuen sie sich nicht zu früh! Ich werde Ihnen die Herkunft und die Natur dieses Objektes nicht auf die Nase binden, wobei dies wegen des hohen spezifischen Gewichtes dieses Körpers, nicht gerade angenehm wäre. Ein weiterer kleiner Hinweis, der ihnen allenfalls erlaubt herauszufinden um was für ein Material es sich handelt: In einem cm3 dieses Materials ist es theoretisch möglich, alle Bücher die jemals auf der Erde geschrieben wurden, an die 10 Millionen Mal abzuspeichern.

Nicht schlecht was? Theoretisch eine Supersache, aber leider würde das Ein- und Auslesen der Bücher mehrere Millionen Jahre dauern.
Als ich den Gegenstand – der übrigens über und über mit tausenden, kleinster, hochreiner Goldkügelchen überzogen ist – wieder einmal in die Hand nahm, da versprach ich ihm für eine würdigere Behausung zu sorgen.

Hintergrund

Das Objektbild soll darstellen, wie der Star im Glitzerkleid mit diamantbesetzter Schleppe, von unten kommend auf die grosse Bühne tritt. Diese besteht aus 2 konzentrischen Ringen nicht standesgemässer Herkunft, denn ich habe sie aus einem Abfallhaufen eines Beeren- Obst- Gemüse- Blumenproduzenten herausgeknübelt.

Z diesem Zeitpunkt war mir absolut nicht bewusst, o, wnn oder für was ich diese Tele verwenden würde.

Aber mein Hirn besitzt offenbar zeiopatische Fähigkeiten.

Nach einer Tiefenreinigung, Entgiftung, Neulackierung und Einweihung waren sie bereit für ein neues Leben.

Zudem konnte ich zwischen den beiden Ringen noch orange Steinperlen setzen. Der äussere Ring wurde mit Goldbronze vergoldet. Zusätzlich wurde mit sehr kleinen Glasperlen ein sich wiederholender Text geschrieben. Der innere Kreis weist Durchbrüche auf, die auch mit Glasperlen aufgefüllt wurden. 

Der Hintergrund ist pechschwarz. Der zentrale Bühnenbereich, wie auch die äusserste Peripherie wurden ebenfalls mit unehrlichen Diamanten besetzt und spezielle strahlen-förmig angeordnete Pfauenfedern füllen den Rest des Bildes auf. 

Vielmehr Aufwand wäre übertrieben. Da das Bild aber unverkäuflich ist, kann man schon ein wenig "klotzen".


Objektbild Nr. 14
Kleine Dinge können grosses bewirken


2024, 40x40cm Objektrahmen MuseumsglasCHF Privatbesitz

Ich muss gestehen, die Entstehung dieses Werkes hat sich einen Fensterplatz in meiner persönlichen Historie wirklich verdient. Um ihnen das zu erzählen, bedarf es ein mehr Zeit, aber ich rate Ihnen den QRCode zu benutzen und die lange Geschichte in Ruhe zu lesen.

Hintergrund

In unserem Atelier - es war einst ein Schulzimmer - gibt es 13 Fenster und wie es sich gehört, mit je einer Fensterbank. Diese wird traditionell dazu benutzt, Dinge deren Dimension das Mass einer Standard-Schublade überschreiten, stehend auf- aufzubewahren.
Auf der Fensterbank Nr.4 stand eine Porzellanvase und in dieser wurden verschiedene, langstielige Objekte vermeintlich sicher gelagert. Und es begab sich, dass exakt am Fenster Nr. 4 eine verirrte und verwirrte Wespe den Weg in die Freiheit vermutete und flehentlich danach suchte.

Als Tier & Wespenfreund war es mir ein tiefes Anliegen dem Tierchen zu helfen. Dazu musste ich aber das Fenster öffnen. Damit dies möglich war, musste ich die Vase dislozieren. Wie es der Teufel will, greife ich nach der Vase und dem Inhalt und im nächsten Augenblick konnte man im ganzen Haus hören "Auuua Gottfriedstutz nochamol" (Hoch-Züridütsch) und ich zog meine Hand blitzartig zurück. Die Hand blutete aus verschiedenen Positionen und zeigte mir, dass es nicht die Wespe sein konnte. Sie kommen nie darauf was da passiert war. Ich erzähle es ihnen. 

Meine Frau hatte vor Jahren einen alten Rosenstock ins Jenseits befördert und dabei die schönsten, geraden Triebe, ca. einen halben Meter lang und ca. 13.48mm im Durchmesser, sorgfältig herausgeschnitten und zum Trocknen in dieselbige Vase gestellt. Die hatten sich inzwischen versteinert, inklusive auch der Stacheln.

Ich weiss nicht was mit der Wespe passiert ist. Nach der Verarztung der Hand und Vertröstung der Seele durch meine private Krankenschwester, habe mir aber den Stachelstecken vorgenommen und einer genauen Analyse unterzogen. Am liebsten hätte ich ihn ja einem Schnellkomposter zum Frasse vorgeworfen, aber die solide, kriminaltechnische Unter-suchung brachte Erstaunliches zu Tage.

Der Stock war total schwarz- wahrscheinlich schon versteinert - und übersät mit extrem spitzen Stacheln mit einer geschätzten Länge zwischen 0,375 und 12,73 mm. Dabei sind mir so einige Nordlichter aufgegangen. Der Stachelstock hat nach einer Karenzzeit von mehreren Jahren die Chance wahrgenommen, mir die Chance zu geben unsterblich zu werden.
Der Stachelstock befeuerte meine Phantasie etwas Einzigartiges zu schaffen. Er hat eine Länge um exakt diagonal in einen Standard-Objekt Rahmen 40x40cm zu passen.

Ein paar Tage zuvor hatte ich schon wunderschöne, grosse Blätter unserer Pfeifenwinde ernten können. Zudem fanden sich noch dürre Samenstände einer Distelart und damit waren alle Ingredienzien für ein einzigartiges Augengericht zusammen.

Als erstes entschärfte ich den Dornenstock. Aber nicht so wie sie vielleicht denken durch Kastration. Nein, ich klebte auf jeden Stachel eine kleine Goldperle. Der tiefschwarze Stock war nun mit glänzenden goldenen Punkten versehen, die obenauf noch einen kleinen roten Tupfen geschenkt bekamen. Am beiden Enden kam noch als adäquater Abschluss eine schwarze Kugel, die ebenfalls rundum mit Perlen versehen wurde.

Meine Frau meinte, den kannst du grad so ausstellen.
Dann kamen die Blätter dran. Eine Nachbarin meinte, als sie die lasierten Blätter sah, die seien von himmlischer Schönheit. Daraus müsste man ein Kleid machen können. Und ein grösseres Kompliment ist nicht mehr möglich.
Dann waren die Samenstände der speziellen Distel an der Reihe. Sie wurden gereinigt und gedeckt-blau eingefärbt, wobei der Farbe ganz wenig Glitzer zugefügt wurde.

Alle Zutaten wurden zunächst auf einem schwarzen Hintergrund hin und her geschoben, gedreht und gewendet um aus dem Konglomerat ein Kunstwerk zu machen. Irgendwann war es dann so weit und wenn das Herz „so jetzt“ sagt, soll das Hirn das Maul halten.

Alles wurde auf der Grundlage montiert. Als spezielles Signum habe ich noch einen Malachit, der mir seit meinen Goldschmiede - Zeiten hinterherlief, an einem strategischen Ort platziert und den Schlusspunkt setzt ein genau im Zentrum montierter, australischer Edel-Opal. Nun soll noch jemand kommen und behaupten er könne das besser.

Haben sie es bemerkt? In dem kleinen Raum zwischen den Blättern befindet sich noch ein mit Goldpasta geformtes Muster. Dieses enthält ein Geheimnis, das erst im Himmel entschlüsselt werden wird. Neugierig? Dann versuchen sie doch alles, um in den Himmel zu kommen.


Objektbild Nr. 15
Die Zeit spinnt den Faden der Erinnerungen

2022/50x50cm Objektrahmen

Museumsglas   

CHF 800.-

Dieses Bild ist recht komplex und ist ohne weitere Erklärung kaum zu verstehen.
Es besteht aus einer mit Uhrenteilen gefüllten Trichter, der eine Sanduhr darstellt.

Am unteren Ende des Trichters erkennt man einen Perlenfaden, der nach unten in ein rotes Herz hinein- fliesst. Das symbolisiert den Fluss der Zeit. Die dort sich sammelten Erinnerungen und Erfahrungen werden zu neuen Ideen, die als Feuerwerk symbolisiert dargestellt.

Hintergrund

Dieses Objekt ist das Resultat eines Versprechens, das ich mir selber gegeben habe. Diese Art von Selbst-Versprechen sind eindeutig die Schwierigsten zu erfüllen, denn sie sind auch am einfachsten hinauszuschieben und zu vergessen. 

So geschah es auch mit einem «Steh-Rümchen» das vor langer Zeit, aufgemotzt mit einer einzelnen roten Rose, an meine Frau zum «Weissnichtwas-Jubiläum» verschenkt wurde. Dabei muss angenommen werden, dass dieses wunderbare Ding schon einige Zwischenwirte zu einem schwierigen Entschluss genötigt hat: Weg damit oder wohin damit.

Es geht um ein rotes Plastik-Herz mit integriertem Probenglas auf einen Fuss, in dem eine rote Rose bei äusserst magerer Verpflegung, für kurze Zeit ein Dasein fristen könnte.
Solche Sachen werden – meiner Erfahrung nach – immer dann an einem verschenkt, wenn man unbedarft z.B. sagt: «Ach luag amal, wie herzig». Damit ist der nächste Adressat definiert und man kann bereits vorsorglich einen Platz dafür buchen.

Ich war auch Adressat, aber bei voller Zurechnungsfähigkeit. Denn ich hatte Grösseres mit diesem Ding vor.
Neben dieser «herzigen» Vase hatte ich noch ein halbes Glas voller Uhrenteile und Unmengen von Glasperlen und ich überlegte, wie daraus etwas «Ansprechendes» geschaffen werden könnte. 
Da kam wieder Freund Zufall um die Ecke und brachte einen Fadenknäuel, in dem kleine Glasperlen hineingehäkelt waren, in die Diskussion ein. Für einem Normaldenker hätte sich damit die Situation ins Unendliche verzwickt, mein Hirn liebt aber solche Herausforderungen.

Ich wollte – koste es was es wolle - verschiedene Begriffe zu einem neuen Ganzen ver-schmelzen. Dazu bedarf es aber einer Vorstellung des «neuen Ganzen» als Beziehungsstruktur zwischen den einzelnen Teilkomponenten.
Den Begriff «Zeit» konnte ich – da ich Uhrenteile hatte – wiederum in eine Uhr konvertieren, wobei sich dazu eine «Sanduhr» wunderbar eignete. Die Teile habe ich in eine fiktive Form einer Sanduhr zusammengefügt. Am unteren Ende des «Zeittrichters» wurde die Glasperlen-schnur fixiert und noch weiter unten in das Plastikherz hineingeführt. Dieses wurde komplett mit der Schnur gefüllt. Das gibt den Eindruck, als wenn die Uhr einen kontinuierlichen Strang  – d.h. einen Zeitablauf – generieren würde. Das kleine Ziffernblatt am Übergang zwischen der «Zeituhr» soll diesen Eindruck noch intensivieren. Die abgelaufene Zeit in Form des im Herzen gespeicherten Zeitstranges könnte man doch auch als den Faden der Erinnerungen interpretieren. 

Ich weiss, das ist doch ziemlich weit herbeigeholt, aber je länger man darüber nachdenkt, desto klarer wird das Bild.
Was noch bleibt ist das Umland. Das kann man doch nicht stiefväterlich behandeln! Da muss doch noch was hin!

Ich habe mir das durch meinen Kopf gehen lassen und habe gefunden, dass die Erinnerungen durchaus wieder Neues generieren können. Das soll durch die hochschiessenden Glitzersterne symbolisiert sein. Die Erklärung der roten Flammen, die aus der Sanduhr oben herauslodern überlasse ich Ihnen, sonst wird Ihnen ja noch langweilig.


Objektbild Nr. 16
Ein Eldorado für Archäologen! Wenn es sie noch gäbe!

2025, 50x50cm, Objektrahmen Museumsglas   CHF 900.-

Die Herstellung dieses Objektbildes war extrem aufwendig. Wenn man genau hinschaut, erkennt man immer wieder neue Objekte, wobei keinerlei Grün vorkommt. Es handelt sich hierbei um die Ruinen einer versunkenen Kultur, die zweifellos hoch entwickelt war. Sie soll eine Stadt in 2-3-hundert Jahren in der Zukunft zeigen.

Der Titel vermittelt in der ersten Zeile ein positives Empfinden. Die zweite Zeile jedoch, lässt jedes Lächeln erstarren.

Hintergrund

Haben sie im TV auch die Doku über die Ausgrabungen in Mittel - und Südamerika gesehen? Da fliegt man heute mit dem Flugzeug kreuz und quer über den Dschungel und das LIDAR - Radar erkennt selbst unter dem dichtesten Blätterdach alle verborgenen Verlassenschaften der in der Vergangenheit in dieser Gegend heimischen Kulturen und das in hoher Auflösung. Man muss sich nur noch einen allenfalls mehrere Kilometer langen Pfad freischnetzeln und die Ausgrabungen können beginnen. 

Was da zum Vorschein kommt ist nicht so weit von dem entfernt, was wir auch bei uns finden könnten, wenn auch wir einen so schnell wachsenden Urwald in unseren Gärten hätten, der alle kollektiven Freuden und Sorgen ruck-zuck zudeckt. Der Urwald speichert die historische Abfolge von Krieg und Frieden über Jahrtausende hinweg, aber schließlich bleibt nicht mehr übrig, als Ruinen und Gräber.

Glaubt man denen die es wissen müssen, so sind unter dem dichten Laubdach Abfolgen von Frieden, Eroberung, Versklavung und Zerfall zu finden, angetrieben durch die Verfügbarkeit oder Mangel an Ressourcen wie Lebensmittel, Wasser, aber auch Metalle, Edelsteine und - oder Sklaven. Nach den Erkenntnissen der Archäologen haben auch klimatische Schwankungen, Seuchen usw. eine grosse Rolle bei der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung gespielt. 

Kurz und gar nicht gut, vielleicht ist unsere heutige Welt im Grunde nicht so sehr anders, als die Welt der indigenen Stämme in Südamerika, aber wenn man selbst mitten in dem Schlammassel sitzt, dann ist ein vorurteilsloser Blick auf die Geschehnisse sehr schwierig zu ertragen. Dann wirkt der Augen-und-Ohren-zu Reflex sehr rasch. 

Fakt ist, es gab in der Geschichte noch nie eine menschliche Gesellschaft, bzw. Kultur die länger als ein paar Tausend Jahre existiert hätte. Waren es bisher immer externe, d.h. nicht durch Menschen verursachte Herausforderungen – die überwunden werden mussten und an denen man auch gewachsen ist, so sind wir heute mit Problemen konfrontiert, die der Zauberlehrling selbst zu verantworten hat, aber nicht mehr beherrschen kann. 
Ich habe mir die Aufgabe gestellt, eine Welt in vielleicht 100 vielleicht 200 Jahren darzustellen.

Die mittlere Temperatur liegt bei 36 Grad und Leben ist auf der Erdoberfläche nicht mehr möglich. Dies auch deshalb, da regelmässig ungeheure Unwetter das Land verwüsten und eine Landwirtschaft nicht mehr existiert. Weicht man in den Untergrund aus, dann ist man praktisch ein Gefangener ohne Chance jemals entlassen zu werden.

Dieses Szenario ist im Bild dargestellt. Die verlassene Stadt erkennt man noch an einigen wenigen Hochhäusern und zerfallenen Siedlungen. Man sieht auch 4 Heli-Ports, was klar macht, dass es sich um eine sehr hochentwickelte Kultur gehandelt haben muss. Der Titel "Ein Eldorado für Archäologen" wirkt im ersten Augenblick positiv, doch der Zusatz „Wenn es sie noch gäbe" zerreisst diese Illusion augenblicklich.


Objektbild Nr. 17
Ersatzteillager der Vogelwarte Piepsbach

2022, 50x50cm, Objektrahmen Museumsglas   CHF 900.-

Ein Bettelbrief der Vogelwarte Sempach, der sich in unserem Briefkasten eingenistet hatte, gab den Startschuss zur Gestaltung dieses Objektbildes. Glücklicherweise standen nicht nur viele schöne Federn, sondern auch Knochen eines Mistkratzerlis zur Verfügung. Die symmetrische Anordnung ist in diesem Fall angebracht, da in einem Ersatzteillager immer Ordnung herrschen muss. Das Bild ist das Eine, der Titel dafür ist aber nicht minder wichtig. Ich meine, das Werk ist ganz gut gelungen. 

Hintergrund

Auch dieses Objekt verdankt seine Existenz einer Schublade, vollgestopft mit Federn aller Art. Eine höhere Fügung hat es dann wieder einmal geschafft, eine Initialzündung auszulösen, denn zur gleichen Zeit nistete auch ein Bettelbrief der Vogelwarte Sempach in unserem Briefkasten. 

Dazu kam, dass ca. 2 Wochen vorher, drei von unserer Nachbarin gelieferte Suppen-hühner ihrer endgültigen Bestimmung zugeführt wurden. Diese Aktion hinterliess zwar keine Federn, sondern neben einer feinen Hühnersuppe auch noch Knochenreste. Normalerweise werden diese vorschriftsmässig entsorgt, in diesem Falle wurde ihnen aber eine neue, glanzvollen Zukunft versprochen.

Es ist ja jedem klar, dass eine Vogelwarte etwas mit Wartung zu tun haben muss. Ich nehme an, dass alle flugfähigen aber insbesondere flugunfähigen oder kranke Vögel exakt wissen, wo Hilfe zu finden ist. Bei kleineren Wehwehchen, wie Verlust einer Feder oder eines Pickels am Bürzel, kann man sich ambulant behandeln lassen. Für schwierigere Fälle wie eines Knochenbruchs oder einer Vogelgrippe steht die stationäre Abteilung zur Verfügung.

Es ist auch klar, dass in der Spitalapotheke peinlichste Ordnung herrschen muss. Denn wenn z.B. die Schwungfeder 5 links mit der Schwungfeder 5 rechts verwechselt würde, würde dies bei Zugvögeln automatisch zu Navigationsproblemen führen.

Aus diesem Konvolut aus hunderten von verschiedensten Federn sollte ein Bild des Ersatzteillagers der Vogelwarte Piepsbach entstehen.
Wie immer beginnt der Aufbau mit einem Fundament: Die Rückwand. Sie sollte nicht langweilig erscheinen und den darauf aufbauenden Objekten genügend Kontrast bieten. Ich habe mich für ein petrol-farbiges Leder mit samtiger Oberfläche entschieden und das war eine gute Wahl.

Nun müssen Objekte, die grundsätzlich als Ersatzteile zur Verfügung stehen, ausge-wählt werden. Und da viele «Bauelemente» eines Vogels zweifach vorkommen – rechter Flügel – linker Flügel – bedeutet dies auch, dass für jede linke Feder eine entsprechende rechte Feder vorhanden sein muss, um eine dem Vogel gerecht werdende schöne Symmetrie zu garantieren. Dies ist eine Voraussetzung, die gar nicht so leicht zu erfüllen ist.

Das gilt auch für die Knochen, nur die Rückenwirbel und das Brustbein gehorchen schon von Natur aus dieser Regel. Die Knochen, von der Präparation schön weiss gebleicht, eignen sich natürlich hervorragend für eine zusätzliche optische Optimierung.

Oberstes Ziel einer solchen Collage ist die Gestaltung eines sehr interessanten Gesamteindruckes, der sowohl Farbe, wie auch Struktur und Position, zu einem harmonischen Ganzen vereint. Ich glaube, dies ist nicht schlecht geglückt.


Objektbild Nr. 18
Sterbender Regen

2024, 30x40cm, Objektrahmen Museumsglas   Privatbesitz

Das Bild wurde durch einen TV-Bericht über die stark abnehmende Regenmengen in Spanien initiiert. Dieses Faktum sollte in einem Bild dargestellt werden.

Wenn Sie genau hinschauen, dann werden Sie erkennen, dass die Regentropfen in der Luft zu schweben scheinen und die Zahl der Tropfen und deren Grösse, von oben nach unten stark abnimmt, sodass praktisch kaum noch Regen am Boden ankommt.  Das soll einen sterbenden Regen darstellen. Das Objektbild ist das komplexeste das ich bisher gestaltet habe.

Hintergrund

Hätte ich geahnt, welche technischen Herausforderungen sich hinter diesem Objektbild verbergen, ich hätte mir es wahrscheinlich noch zweimal überlegt, dieses Thema auf die gewählte Art und Weise zu realisieren. 

Auslöser war einerseits ein Presseartikel, der die dramatische Abnahme der Nieder-schlagsmenge in Zentralspanien zum Thema hatte und zudem ein Schubladenfund. Er bestand aus geschliffenen Kristallperlen verschiedener Grösse, die mich an Regen-tropfen erinnerten. 

Ich frage Sie: Wie würden Sie die stetige Abnahme der Regenmenge in einem Bild visualisieren? Und zwar ohne Zahlen und Grafiken.

Ich hatte bereits eine Idee für einen Titel, der mir spontan bei Lesen des Zeitungsartikels über Spanien in den Kopf schoss: «Sterbender Regen». Aber die Umsetzung dieser Idee in ein leicht zu verstehendes und optisch eindrückliches Bild ist eine andere Sache. 

Nach mehreren Versuchen ist es mir – wie ich glaube – doch recht gut gelungen.
Ein Hauptproblem ist die Anordnung bzw. schwebende Fixierung einer grossen Zahl von Glasperlen verschiedener Grösse in unterschiedlicher räumlicher Tiefe und in einer Art und Weise, so dass keine Aufhängung sichtbar ist. Der Betr
Im vorliegenden Fall wurden total 4 optimal entspiegelte Glasscheiben verwendet, die in gleichgrossen Abständen zueinander platziert wurden. Klebt man die «Regen-tropfen» mittels eines total transparenten Klebers auf eine entspiegelte Scheibe auf, so sieht der Betrachter nur mehr die Tropfen, während die Scheibe nicht mehr sichtbar ist.

Die Rückwand wurde aus einem starken Karton, der mit einem tiefschwarzen Samt überzogen wurde, hergestellt. Auch auf diese Flächen können noch Tropfen aufgeklebt werden. Zudem wurden noch Similisteine, die als Sterne dienen, am Hintergrund verteilt.


Objektbild Nr. 19
Sauriocopter quatrocornus

2024, 20x20cm, Objektrahmen mit Museumsglas    CHF 450.-

Ein Artikel über Flugsaurier in einer Fachzeitschrift brachte mich auf die Idee, ein Skelett eines derartigen Sauriers zu gestalten, der nicht – wie normal mit zwei Flügeln – sondern mit einem 4-flügeligen Rotor ausgestattet wäre.
Das führte zur Frage, ob eine solche Kreatur grundsätzlich möglich wäre oder nicht? Die Antwort ist einfach: Es ist nicht möglich, denn hat hätte die Natur das längst schon realisieret.

Hintergrund

Immer dann, wenn mir das Wasserstoffperoxyd - Bad neue, abgebeizte Knochen zur Verfügung stellt, dann schaltet sich - ob ich will oder nicht - in den vorderen Stirnlappen meines Gehirnes ein KI-Programm ein. Eigentlich ist es ein NP - Programm, (Natürliche Phantasie) was zugegebenermassen wenig mit Intelligenz zu tun hat, dafür aber mit mehr Freude an der Sache.

Dies war anfangs 24 wieder einmal der Fall und das Schöne an diesem Prozess ist, dass man sich selbst überraschen kann. Man hat zu Beginn noch keinen blauen Dunst wo das endet und wie die Geburt verlaufen wird. Zwischen einer Sturz- und Zangengeburt kann alles passieren, ja sogar Totgeburten sind schon vorgekommen.
Im vorliegenden Fall lief alles nach Lehrbuch ab, d.h. es kam wie es kommt, aber das was kam, überraschte nicht nur mich, sondern überrascht hoffentlich auch Sie.

Ich gebe zu, vielleicht wäre alles ganz anders verlaufen, wenn ich nicht am Vortag vom Verkauf dieses Dinos gelesen hätte, der in Zukunft für ein paar läppische Millionen die Eingangshalle eines Weissnichtwas aufpeppen muss. Dabei ist es ja oft so, dass die wahren Schätze nicht im Grossen, sondern im Kleinen zu finden sind. Zudem wurden vor ca. 66'523'441 Jahren die evolutionären Karten ganz neu gemischt. Ein Maus - ähnliches Wesen - wie man weiss - bekam da schlechte Karten, denn es entwickelte sich zum Menschen. Ihm ist es beschieden, sehenden Auges die Lebensgrundlagen fröhlich zu zerstören. APPLAUS, APPLAUS! 

Ich wollte also ein Prachtstück eines noch nie exhumierten Sauriers nachempfinden, mit einem 4-Flügel Rotor zum senkrechten Starten und Landen und er sollte auch Loopings fliegen können.
Fälschlicherweise besteht die allgemeine Meinung, dass ein zentralsymmetrischer Aufbau das Leben ungemein erleichtert, denn überall wo es ein "rechts" gibt, gäbe es auch ein entsprechendes "links". 


Objektbild Nr. 20
Trophäensammlung von Kleinwild aus Tschernobyl

2022, 50x50cm, Objektrahmen Museumsglas   CHF 900.- 

Das Objektbild entstand schon vor einigen Jahren, als die Thematik der genetischen Veränderung von Tieren durch Strahlung, nach dem Unfall in Tschernobyl, wieder einmal aktuell war.
Dieses Problem ist nicht einfach zu visualisieren. Rückenwirbel und Rippen eines Kaninchens sind zu einer Art von Jagdtrophäensammlung zusammengebaut, sodass der Eindruck noch eindrücklicher wird. Das Ganze wird durch mit Goldbronze bemalte Mini-Eicheln aus Portugal aufgepeppt.

Hintergrund

Ich behaupte einfach, wenn Sie das erste Mal an diesem Objektbild vorbeigehen, dann werden Sie fast gezwungen stehen zu bleiben um das Bild näher zu betrachten. Das Objekt macht neugierig, und damit hat es seine wichtigste Aufgabe bereits erfüllt.
Da sich die Botschaft die das Bild vermitteln möchte nicht automatisch erschliesst, ist ein zusätzlich angebrachter Titel unumgänglich. Erst dieser löst das befreiende Aha aus: "Ach das ist die Botschaft. Das hätte ich nicht vermutet!"
Das Bild zeigt eine Präsentation von 9 Objekten die jeweils durch eine quadratische Anordnung, von optisch aufgemöbelten Mini-Eicheln aus Portugal eingefasst sind. Im Zentrum dieser Quadrate befindet sich eine aus einem Rückenwirbel und Rippen eines Kaninchens geformte Struktur, die an Jagdtrophäen erinnern. Auf einem kleinen Schild kann man in ukrainischer Sprache den Sinn dieses Bildes nachlesen.
Der Titel " Trophäen von mutiertem Kleinwild aus der Umgebung von Tschernobyl" erklärt alles.


Objektbild Nr. 21
Pech gehabt

2024, 30x30cm Objektrahmen Museumsglas   

CHF 600.-

Das Bild ist das Ergebnis einer Restenverwertung, um übriggebliebene Dinge doch noch zu einem Objektbild zu vereinen. Mit viel Mut und Phantasie ist dann doch noch etwas Ansprechendes daraus geworden.

Hintergrund

Hin und wieder muss man mit einem geistigen Besen die Reste seiner bisherigen Machenschaften zu einem Möglichkeits-Häuflein zusammenkehren. So war das auch der Fall, als ich ein Schächtelchen mit der handschriftlichen Überschrift «Nicht wegwerfen» in der Hand hielt und beim Öffnen ein Schwall an alten Erinnerungen, bzw. was von diesen noch vorhanden war, entgegenschwappte. Ich weiss nicht mehr, ob ich mit einem steirischen Ausdruck «Sakradi» oder mit einem «Gottfriedstutz» reagierte. Da aber sonst keine neuen Projekte zur Diskussion standen, wollte ich diesem Häuflein eine letzte Chance offerieren, etwas Anständiges zu werden.

Na, was lag da in fröhlicher Mehrtracht auf und nebeneinander:
-    Ein leergeblasenes Gänseei
-    Ein Rückgrat eines Seeteufels (Lophius piscatorius)
-    Einige Zweige einer schwarzen Koralle
-    Einige Blätter eines XYZ-Strauches
-    Samenstände eines Klatschmohns
-    Das Skelett des Kopfes einer Dorade (Sparus aurata)
-    Eine beträchtliche Zahl an mehrfarbigen Kunststoff-Perlen.

Sie müssen verstehen, dass es so auf den ersten, zweiten, dritten usw. Blick sehr schwierig erschien einen Sinn-Bezug zwischen diesen Zwangspartnern herzustellen. Aber gerade solche ausweglosen Situationen puschen mich zur Höchstleitung. Ein grüner Elefant wäre wahrscheinlich auch noch drinnen gelegen. 

Nun, dann an die Arbeit!
Jedes Bild beginnt mit einem Grund, nämlich dem Hintergrund. Er trägt das Ganze und hält es zusammen.
Die vielen bunten zylindrischen Perlen haben zuallererst «Hallo» gerufen und daher habe ich beschlossen sie zur Gestaltung eines Terrazzo-Belages zu verwenden. Sie können mir glauben, ich würde niemals den Beruf eines Terrazzo-Bodenlegers ergreifen, aber für das eine Mal musste ich mich durchbeissen. Er bietet immerhin einen interessanten, ungewohnten Kontrast zum Rest.

Nun musste eine Geschichte her! Erst sie hält das Ganze zusammen. 
Das Seeteufel-Rückgrat bot sich natürlich an, zusammen mit dem Kopf der Dorade, ein dominantes Strukturelement zu bilden und so ergab sich nach einer weiteren Erweiterung durch zwei Flügel, die Form eines Drachens. Woher kommt der Drache? Erstens er muss sehr klein sein, damit er in das Bild passt und klar, wenn er sehr klein ist, dann ist er gerade geboren worden. Wie wird ein Drache geboren? Er wird gar nicht geboren, er ist geschlüpft! Woraus schlüpft er? Klar, er schlüpft aus einem Drachenei!

Damit ist schon ein gutes Stück der Geschichte erzählt. 
Das dramatische Ende kommt aber noch in Form einer Pechsträhne aus schwarzer Mittelmehrkoralle, in die der unerfahrene Drache geradewegs hineinstolpert.

Den Ausgang dieser dramatischen Geschichte kennt jeder. Ich würde aber alle Betrachter bitten, dieses Geheimnis für sich zu behalten.


Objektbild Nr. 22
Blick in die Unendlichkeit

2026, 30x30cm, Objektrahmen, Museumsglas  CHF 700..-


Hintergrund

Das mit Goldbronze lasierte Pfeifenwindenblatt wurde durch eine zentralsymmetrisch angebrachte Pfauenfeder mit symmetrisch verlaufenden Seitenfedern aufgepeppt und oben und unten wurden Elemente eines Modeschmuckes hinzugefügt. Diese wurden noch farblich und strukturell verändert und die Kontur des Blattes wurde mit Glasperlen belegt.

Das Ganze wurde auf einen roten Samt befestigt. 



Objektbild Nr. 23
Künstlerische Intelligenz

2026, 45x45cm, Objektrahmen Museumsglas   CHF 900.-

KI wird gemeinhin mit künstlicher Intelligenz übersetzt. Es hat mich gereizt ein Werk zu schaffen, bei dem das "künstlich" durch das Wort "künstlerische" ersetzt wird. Damit möchte ich beweisen, dass es hoffentlich Bereiche gibt, die der normalen KI nicht zugänglich sind.

Die phantasievolle Veränderung von elektronischen Komponenten, die durch farbige Connectoren verbunden sind, könnte als Prüfstein dienen, ob die herkömmliche KI ein solches Werk schaffen kann.
Haben Sie sie bemerkt: Über dem Bild schwebt noch eine weitere Intelligenz. Eine grosse Schnake schwebt im Zentrum des Bildes als Vertreter einer noch viel mächtigeren Intelligenz: Die Weisheit der Natur.

Hintergrund

KI (Künstliche Intelligenz) hat sich in kürzester Zeit von einer Computerspielerei zu einer extrem wichtigen Technologie entwickelt. Noch vor vier Jahren konnte ich anlässlich einer Tagung an der Universität Heidelberg, die damals noch recht beschränkten Funktionen der KI selbst kennen lernen.

Ein Selbstversuch, den ich zwei drei Wochen später durchführte, hat mich aber richtig verblüfft. Ich habe der KI die Aufgabe gestellt, für ein von mir erfundenes neuartiges Gerät zur elektronischen Messung der mikrobiologischen Aktivität in landwirtschaftlich genutzten Böden eine Werbebroschüre zu erstellen.

Und, wissen sie was, der PC spuckte in ein-zwei Minuten eine 4-seitige Broschüre aus, die ich nach ein paar wenigen Korrekturen durchaus zur Werbung hätte einsetzen können. Für einen professionellen Werbe-texter muss ein solches Erlebnis traumatisch sein.

Was mich auch verblüfte war, dass nach einigen wenigen Jahren nach der ersten Veröffentlichung eine, zwar nicht fehlerlose, aber für einfachere Aufgaben durchaus brauchbare komplett neue Technologie entwickelt werden konnte.

Heute sind mehrere, für verschiedene Aufgaben optimierte Systeme am Markt und es ist abzusehen, dass in wenigen Jahren diese Werkzeuge aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken sind. Dies auch deshalb, da diese Systeme sich laufend selbständig weiterentwickeln. 

Wie immer gibt es für alles, neben den positiven, auch negative Aspekte und es kommt dazu, dass solche selbstlernenden Systeme immer weniger kontrollierbar werden. Es besteht die Gefahr, dass wir die Kontrolle über sie verlieren und die Geister die man rief nicht mehr zu bändigen sind.

Heute verwenden Primarschüler diese Technologie wie ich Ende der 70iger Jahre meinen Taschenrechner verwendet habe. Neue Versionen sind in der Lage, komplexe mathematische Aufgaben zu lösen und es ist abzusehen, dass über kurz oder lang, die KI alle Bereiche des Lebens durchdringen wird. Man nimmt z.B. an, dass bereits mehr als die Hälfte aller wissenschaftlichen Veröffentlichungen ganz oder teilweise von der KI verfasst werden.

Diese Erkenntnis hat mich dazu bewogen, nach Aufgaben zu suchen, die der KI auch in der Zukunft verschlossen bleiben.
Man muss sich fragen, wird die KI auch Erfindungen machen können? Wird sie einen Roman schreiben, ein Bild malen können, oder bleibt der Bereich der Kunst der KI verschlossen.

Ich hoffe inständig, dass die Kunst nicht durch die KI annektiert wird. Sollten im Kunsthandel KI- generierte Werke auftauchen, die zur Gänze durch KI entstanden und von Menschen geschaffenen Werken nicht mehr zu unterscheiden sind, dann würde das für mich einen Schock bedeuten. Diese Überlegungen führten mich zu einer Bildidee mit dem Titel "Künstlerische Intelligenz".

Das Objektbild besteht aus mehreren elektronischen Schaltungen, die farblich verfremdet wurden. Zudem wurden verschiedene Zierelemente aufgeklebt. Diese bestehen auch aus natürlich gewachsenen Muscheln und Schnecken, Kristallen, Pflanzensamen und vielem mehr. Diese so verfremdeten elektronischen Platinen sind auf einem interessant gestalteten Hintergrund befestigt und durch farblich differenzierte Kabel verbunden. In der Summe ergibt sich ein Gesamteindruck, der zu denken gibt.

Über allem aber existiert noch eine weitere Intelligenz: Die der Natur. Man kann aber in diesem Fall durchaus die Intelligenz durch den Begriff Weisheit ersetzen. Das wird durch die im Bildzentrum schwebend angeordnete grosse Schnake ausgedrückt. Ihr Gehirn ist weniger als 1mm3 gross, leistet aber Unglaubliches. Es navigiert das Tier durch eine komplexe Welt, voller Gefahren und das bei atemberaubender Geschwindigkeit. Es erkennt Essbares und kontrolliert einen komplizierten Fort-pflanzungsvorgang und noch vieles mehr. Zu allerletzt dient das Tier noch als Verpflegung für andere Tiere.

Die Frage ist nun, ob die KI in Zukunft ein solches Objektbild "erdenken" und auch noch selbst herstellen können wird.
Was wären die Voraussetzungen dafür?

Einerseits müsste die KI ohne äussere Hilfe viele zum Thema passende Hardware-Komponenten zur Verfügung haben und diese auch noch themengerecht auswählen, fest miteinander verbinden und optisch durch Bemalung verfremden können. Diese müssten dann auf einem dem Thema angepassten Hintergrund verteilt und befestigt werden.

Weiters müsste die KI die Fähigkeit besitzen feine Kabelverbindungen zwischen den elektronischen Zentren zu gestalten und schlussendlich noch verschiedene Zierelemente zu platzieren. Ich glaube ich muss das Thema nicht weiter vertiefen. Es ist für jeden klar, dass allenfalls eine zwei, oder vielleicht sogar 2 ½ - dimensionale Darstellung - ein plastisches Gemälde - noch möglich sein könnte aber eine komplexe, 3-dimensionale Struktur mit einem künstlerischen Anspruch, liegt meiner Meinung nach, außerhalb des Möglichkeitsspektrum einer KI.


Objektbild Nr. 24
Ein Fadenladen für Spinnen, die spinnen!

2023, 50x50cm, Objektrahmen Museumsglas   CHF 900.-

In der Kurz-Erklärung dieses Bildes kann auch nur eine extrem kurze Fassung des Werdeganges erzählt werden: Frau - Zeitung - Auto - Spinne vor der Nase - Auffahrunfall. Frau nicht verletzt, Spinne tot.

Ich wollte die Spinne nicht schuldig sprechen, sondern ihr in einem Objektbild ein Denkmal setzen.
Den weiteren Verlauf können Sie in der detaillierten Beschreibung erfahren.

Hintergrund

Eines schönen Tages steht sie vor mir und meint: Schau, ich hab was für dich und hält mir eine Blechdose respektabler Grösse vor die Nase, die ich noch nie vor der Nase hatte!
Ich machte sie auf und sah sie bis oben hin gefüllt mit kleinen Fadenspulen, ca. 3cm lang und 12,75 mm dick. Es waren ca. viereinhalb verschiedene Farben und an die - grob geschätzt 333 Stück.
Die Nachfrage ergab, dass es Abfallspulen aus einer Färberei waren, die sie anno 19-hundert weissnichtmehr – in einer Lehrer-Exkursion abgestaubt hatte. 
So weit so gut. Sie meinte, sie könne diese nicht mehr gebrauchen und ich könne damit machen was ich will oder auch nicht. Nach eingehender Sicherheitsüberprüfung nahm ich die Dose mit Inhalt in meinen Kuriositätenzoo auf.
Und es begab sich einige Monate später, dass diese Dose sich penetrant in Erinnerung brachte, indem sie sich in der Schublade in einer Art verkeilte, sodass ich ihr mit Hammer, Zange und Brecheisen drohen musste. 
Es erschien mir schwierig so kleine Fadenspulen so attraktiv anzuordnen, dass daraus ein allgemeines Hurra resultieren könnte. Daher beschloss ich die Fäden - und nicht die Spulen - einer Unsterblichkeit zu unterwerfen. 
Die Idee war, die Spulen abzuspulen und die Fäden zu einem übereinander geschichteten Geflecht zu schichten. 
Diese tolle Idee verlor aber rasch Ihre Tollheit. Denn wenn man einen Faden - der bereits ein viertel Jahrhundert in der Rolle einer Rolle verharren musste - wieder entrollt, dann entsteht daraus ein Faden, der sich rasch wieder verrollen möchte. Da mussten die Fäden mit roher Gewalt erst wieder durch Erziehung in die richtige Richtung gezogen und fixiert werden. 
Die diesbezügliche Lernfähigkeit eines alten Fadens grenzt aber an die eines alten Esels und auch eine Schocktherapie mit kaltem oder heissem Wasser fruchtete nicht. Die nächste Eskalationsstufe lautete: «Und bist Du nicht willig, dann…»
Damit war klar, was zu tun war!
Ich entschloss mich auf einem Grundbrett mit 50x50cm, einen schmalen Karton-Rand mit ca. 8mm Breite und einer Dicke von 2 mm aufzukleben. Noch ausserer herum, wurde mit einem doppelseitigen Klebband zusätzlich ein klebender Randbereich geschaffen. Als intelligenter Zeitgenosse erahnen Sie bereits, was das alles sollte. 
Man nehme einen Faden (Ende) und klebe ihn irgendwo auf dem umlaufenden Klebestreifen fest. Dann ziehe man ihn in beliebiger Richtung quer über die noch leere Grundfläche bis man wieder an eine mögliche Klebstelle kommt und drücke den Faden dort fest. Dann ziehe man den Faden wieder bis zur nächsten frei gewählten Klebstelle und so weiter, bis der Faden sein Ende gefunden hat.
Das Resultat – sie ahnen es schon – ist ein kreuz und quer gespannter Faden, der sich selbst mehrfach bekreuzigt. Und was jetzt?
Ganz einfach: Man nehme einen anderen Faden mit einer anderen Farbe und wiederhole das Spiel, bis etwa 10 Spulen leerverspannt sind. 
Dann kommt die nächste Nummer: Man nehme einen nicht Fäden ziehenden Superkleber und klebe alle Fäden am INNEREN Rahmen an. Nach einer hin- und herreichenden Aushärtezeit kann man die Fäden am äusseren Rand des Rahmens abschneiden und die Reste der noch am äusseren Rand klebenden Fäden vom Klebestreifen entfernen. Dieses Procedere wird solange wiederholt, bis alle Fäden gespannt ihrer Zukunft entgegenblicken. 
Im vorliegenden Fall sind es so an die 50 Lagen. 
Natürlich, ich habe schon gemerkt, dass Sie gemerkt haben, dass da noch etwas fehlt.
Ich musste mir natürlich bereits am Anfang der Prozedur einen tieferen Sinn für das Ganze ausdenken, denn ¼ m2 mit kreuzweise verklebten, verschiedenfarbigen Rabiatfäden macht noch keinen grossen Eindruck.
Dieser Sinn kam mir in den Sinn als ich davon hörte, dass eine Lenkerin einen veritablen Auffahrunfall verursachte, verursacht durch eine vor ihrer Nase herabgeseilte Spinne, die wahrscheinlich wegen des geringen Abstandes zu ihrer Nase kolossal gross wahrgenommen wurde.  Da hatte das Bremspedal 3. Priorität und das Auto einen Blechschaden, dessen Ausmass im Zeitungsbericht nicht näher beschrieben wurde.
Es ist nun mal so, Frauen fallen schon beim unverhofften Treffen mit einer menschenfreundlichen Spinne in Ohnmacht, wobei bei Lichte betrachtet, die jährliche Todesrate, verursacht durch Spinnen, sich nahe dem absoluten Nullpunkt bewegt. Für ungewollte Dates bei völliger Dunkelheit liegen keine verlässlichen Angaben vor, dürften sich aber im negativen Bereich bewegen. 
Für mich war die Spinne das Lösungswort für mein Problem. Spinnen spinnen Fäden und die hatte ich schon. Es fehlten noch die Spinnen. Eine kannte ich persönlich, denn die lag als Kunststoff-Replik in Schachtel Nr. 159. Sie hatte eine Spannweite von ca. 5,3 cm, bestand aus schwarz eingefärbtem Poly-vinylchlorid, hatte zwei weisse Augen und sollte wahrscheinlich annodazumal bei Halloween junge Mädchen in die vorgetäuschte Ohnmacht befördern. 
Nun, eine Spinne war für meine Vorstellungen ohnehin zu wenig aber ich wusste natürlich, dass meine Frau wusste wo man derartige Schreckgespenster günstig erwerben konnte. Nach dem Online-Kauf einer 10-ner Packung konnte es also richtig losgehen.
Die Idee war, die noch ein wenig aufgemöbelten Spinnen, in das entstehende Gewebe auf verschiedenen Ebenen einzuweben, so dass sie immer noch als Spinnen zu erkennen sind. Aber was machen diese Kreaturen denn dort?
Ja, was machen denn Spinnen so in ihrer Freizeit? Natürlich sie gehen shoppen. Was den sonst!
Und was shoppen Spinnen, wenn sie spinnenderweise shoppen? Klar, sie besorgen sich die die neueste Faden-Kollektion. 
Die Aufgabe war nun aus dem Fadengespinst einen Fadenladen zu machen. Dazu überlegte ich mir, mehrere im Raum verteilte Product Presentation Clusters (PPC) zu gestalten. Sie bestehen aus senkrecht stehenden, nicht benötigten Spulen, die zu verschieden grossen Einheiten verclustert werden. 
Nun holte mich das Problem der jahrzehntelangen Lagerung der Fäden wiederum ein. Um die PPC’s zu montieren, musste man in den 50 Lagen und damit an die 30mm hohen Fadengeflecht, quadratische Fenster herausschneiden um die PPC auf der Grundplatte ankleben zu können.
Was meinen Sie, was da los war? Der erste Faden der durchschnitten wurde, erinnerte sich genau an seine Urform und schwupp-di wupp waren wieder zwei Spiralen vorhanden. Sie lachen wahrscheinlich, aber ich war nahe daran alles hinzuwerfen.
Meine Frau lachte auch, aber sie hatte eine Lösung. Da gab es doch ganz oben, links hinten noch eine Spraydose mit der Aufschrift: «EXTRA STARK». Der darin enthaltene Haarspray war SUVA-geprüft und konnte alle Arten von Haaren auf immer und ewig miteinander verkleben. Das war das richtige Mittel um die gesamte Konstruktion mechanisch zu stabilisieren. Es waren zwar mehrere Anwendungen nötig, aber es gelang.
Damit konnten die letzten Fertigungsschritte durchgeführt werden. In den herausgeschnitteten Quadraten wurden die entsprechenden PPC’s eingeklebt und mit Kristallsteinchen markiert.
Schlussendlich musste noch eine Chefin des Ladens erkürt werden. Sie wurde mit vielen Glitzersteinchen paniert und im zentralen Bereich verankert.
Die investierten Stunden wurden nicht schriftlich dokumentiert, doch jede ist für mich unvergesslich.


Objektbild Nr. 25
Federleicht und kugelbunt

2021, 50x50cm, Museumsglas

CHF 800.-

Ein sehr frühes Bild, beim dem sowohl die Verarbeitung von Federn und ver-schiedenen Perlenarten, wie auch die Verwendung von neuen Techniken zum Farbauftrag getestet wurde. Zudem wurde der Einfluss von starken Kontrasten, (weich/hart, dunken/hell) sowie der Bearbeitung des Rahmens besondere Beachtung geschenkt.

Hintergrund

Dieses Bild ist das aller erste, das ich aus lauter Jux und Tollerei geschaffen habe, ohne dass ich wusste, wohin mich das noch führt. Ich habe im Zuge des Gestaltungs-prozesses verschiedene Techniken ausprobiert und auch das „unsichtbare“ Kleben von kleinen und kleinsten Elementen war ein grosses Thema. Daher ist dieses Bild auch mit keiner speziellen Thematik unterworfen, sondern eher den Herstell-techniken.
Es hatte aber für den weiteren Verlauf meiner künstlerischen Aktivitäten einen grossen Einfluss, da ich nicht nur selbst, sondern auch meine Frau und Nachbarn über das Resultat recht beeindruckt waren. Das ermutigte mich weiter zu machen.


Objektbild Nr. 26
Nacktes Buntbarschweibchen vor südpazifischen Röhrenwürmer

2023, 30x40cm; Objektrahmen, Museumsglas 

                                         CHF 750.-

Ich hoffe ich habe Sie nicht zu sehr erschreckt. Aber ich verspreche Ihnen, sie werden in Ihrem Leben, nie mehr so etwas Verrücktes zu Gesicht bekommen.
Glauben Sie mir, ich bin wirklich unschuldig, denn wenn sich im meinem linken Hirnbereich über längere Zeit die Phantasie aufstaut, dann kann ich für nichts mehr garantieren.

Hintergrund

Es ist einmal so, ein Paket von bunten Trinkröhrchen würde bei mir niemals die Vorstellung von saugenden, trinkenden, fröhlichen Menschen erwecken. In meinem Hirn sind sie als interessante Strukturelemente abgespeichert, die zur Gestaltung von Rohrsystemen und solchem Zeug verwendet werden können. Die Verwendung, wie sie im hier gezeigten Werk zugrunde gelegt wurde, ist so verrückt, dass ich es nicht einmal meinem Hirn zugetraut hätte, so verrückte Sachen zu denken!
Da auch die anderen in dem Objektbild gezeigten Objekte den gewohnten Rahmen einer menschlichen Phantasie an mehreren Stellen überschritten haben, muss man davon ausgehen, dass mein Hirn ungefragt bereits mit der teilbekannten KI erste Gehversuche versuchte. 
Nun ja. Was ist sonst noch so herumgelegen? Eine Anzahl von Rückenwirbeln einer Forelle und deren Kopf. Einige Büschel gelblich gefärbter Daunenfedern, Acrylfarben und das war’s bereits. 
Es wäre doch wahnsinnig interessant, diese Dinge verschiedenen Menschen vorzulegen mit der Bitte «Mach was draus». 



Objektbild Nr. 27
Mikroplastik

2025, Objektrahmen, Museumsglas   CHF 750.-

Ist das Plastik mikrofein,

passt es in jede Zelle rein.

Doch man ist nicht sehr besorgt,

denn es ist dort schon entsorgt

Hintergrund

Dieses Objektbild ist Teil einer Serie von Bildern, die sich besonders mit dem Thema Umwelt und der Zukunft der Welt auseinandersetzen. Diese Thematik beschäftigt mich immer mehr und das ist nicht verwunderlich, wenn man die rasante, negative Entwicklung im Bereich Klima und Umweltverschmutzung und die müden Reaktionen der Menschheit darauf betrachtet.
Als Physiker und naturwissenschaftlich vorgeprägter Mensch muss man plötzlich erkennen, dass offenbar die Logik gegenüber den finanziellen und machtpolitischen Interessen praktisch immer den Kürzeren zieht. Die Erkenntnis, dass Entwicklungen auf globaler Ebene einen unumkehrbaren Kipppunkt erreichen und überschreiten werden, ist vorhanden, doch die immense geistige Trägheit wird - für mich ohne Zweifel - in Heulen und Zähneknirschen enden.
Das hier vorgestellte Objektbild greift einen wichtigen Aspekt dieser Entwicklung auf: Mikroplastik. Kein Mensch kann heute sagen wie und wann und ob überhaupt, jemals eine Lösung dazu gefunden wird.
Ich habe mir lange überlegt, wie ich diesen Problemkreis so darstellen könnte, dass auch kleine Hirne durch Dickschädelknochen hindurch erreicht werden könnten.
Dabei kam mir der tote Schmetterling – den ich vor einigen Tagen vorher auf der Strasse gefunden hatte - gerade Recht. In einem Meer von totem, eintönigem Sand kann es fast nichts Besseres geben als etwas, das zwanghaft die Augen auf die grazilen Falterflügel fixiert und hoffentlich auch die Augen öffnet. 

 Was war an Objekten vorhanden?
-    Ein Freund, der schon ein Werk von mir erworben hatte, hatte von einer Reise in den Süden, ein paar Säckchen mit schön gewaschenem Strandsand mit unterschiedlichen Farben mitgebracht und stellte mir diese liebenswürdigerweise zur Verfügung.
-    Zudem hatte ich verschiedene Kunststoffteile, wie z.B. Flaschenverschlüsse mit knalligen Farben.
-    Zufällig kamen noch 3 aus gefärbter Keramik geformte kleine Blüten zum Vorschein.
-    Eine billige, gegossene und vergoldete Anstecknadel
-    Ein toter Schachbrettfalter
Die Herstellung des Bildes beginnt mit der Präparation der Sandmasse. Sie muss auch klar erkennbare Kunststoff-Teilchen beinhalten. Zudem muss die, einen hohen Anteil Sand aufweisende Masse, nach dem gleichmässigen Auftrag auf der Rückwand, sehr gut haften. 
Nach dem Trocknen, das durchaus ein- zwei Tage dauern kann, wird der Schmetterling exakt in der Bildmitte aufgeklebt. Dabei muss beachtet werden, dass die Unterseite der Flügel sichtbar ist. Das impliziert sofort, dass der Falter tot ist. Zudem ist die Unterseite des Schachbrettfalters sehr viel feiner und interessanter als die Oberseite. Dann werden die restlichen Teile positioniert und festgeklebt.
Am Schluss muss die gesamte Oberfläche mit einem Fixativ-Spray nochmals stabilisiert werden.


Objektbild Nr. 28
Ohrspassmus einer Seeamazone

2022, Holzrahmen, Museumsglas   CHF 800.-

Als Spielmaterial zur Gestaltung dieses Bildes hatte ich ein blau lasiertes Blatt einer Peifenwinde, ein Teil einer rot eingefärbten Straussenfeder, ein Blatt eines Eucalyptus-baumes, eine 18 ct Goldperle und eine Handvoll Glasperlen und zusammen mit einem gelangweilten Kopf, kann man nie wissen, was daraus werden wird. 

Das Wichtigste ist immer die kompositorische Anordnung der Gestaltungselemente zu einem neuen Ganzen. Dies ist in diesem Werk, wie ich meine, recht gut gelungen.
Der Titel: "Ohrspassmus einer Seeamazone" eröffnet eine neue, skurrile Deutungsebene. 

Hintergrund

Da kann man sich schon fragen. Was kommt zuerst? Das Bild oder der Titel? Im vorliegenden Fall war es eindeutig das Bild.

Zunächst wurde damit Kunstschach gespielt, die Figuren hin und her geschoben, das Brett auf den Kopf gestellt und ganz wichtig darüber geschlafen. Und nochmals darüber geschlafen und dann kam der finale Zug, der alle anderen mattsetzte.

Ganz wichtig – wie immer – ist der Hintergrund. Er muss in der Lage sein, die Augen des Betrachters, schon aus der Entfernung von einigen Lichtjahren, reflexartig auf ihn zu richten. Man könnte auch sagen, ohne Hinter- kein Vordergrund. In unserer eingetrübten Welt ist daher die Farbe Gelb durchaus geeignet, diese Grundfunktion zu erfüllen. 

Nun zum wichtigsten Teil: Die kompositorische Anordnung der Gestaltungselemente zu einem neuen Ganzen mit möglichst durchschaubaren Wechselbeziehungen untereinander um eine neue Gesamtheit zu erhalten. Gutgesagt, nicht wahr?
Um ganz ehrlich zu sein, ich habe mich um diese Regel herumgedrückt und die Regel "trial und error" zur Hilfe genommen. Ich wollte schon einer zentralen Symmetrie folgen, aber die darf man nicht so ernst nehmen. Auch spielen die Beziehungen der Farben zueinander eine nicht zu unterschätzende Rolle. Zudem musste ich feststellen, dass meine Gestaltungselemente in ihrer Grösse nicht fähig wären, den zur Verfügung stehenden Rahmen bildfüllend zu füllen. 
Kurz und hoffentlich auch gut, ich nahm ein Passepartout mit schwarz gefärbter Innen-peripherie, pflanzte ihn zentral positioniert auf die Grundplatte, und schon hatte ich das was ich wollte.
Nun ging es ums Ganze. Der rot gefärbte Teil der Straussenfeder musste so fixiert werden, dass er in der Lage wäre auch ein Erdbeben der Stärke 7 schadlos zu überstehen. Daher war ich gezwungen alle Enden der extrem flexiblen Federkiele einzeln am richtigen Ort zu fixieren. Glücklicherweise wird das Bild mit Glas abgedeckt, sodass keine Sturmschäden zu erwarten sind.
Dann folgte das blaue Blatt mit einem leichten asymmetrischen Linksdrall. Sieht schon ganz gut aus, aber das Eukalyptusblatt musste noch hinzugefügt werden. Hätten sie das Bild in diesem Zustand gesehen, hätte ihr Kommentar gelautet: "Da fehlt noch was".
Ja, da fehlte noch was, was das Ganze zusammenhält. Für solche Fälle hat sich schon mehrmals der sogenannte Schneefall-Effekt bestens bewährt. 
Man überschüttet das Ganze mit "Schneeflocken" und schon hat man das Problem gelöst. Diese bestehen in unserem Fall nicht aus Schnee, sondern aus kleinen Glasperlen die noch zusätzlich einen Tupfen Goldbronze verpasst bekommen haben.
Freuen sie sich noch nicht zu früh. Das Allerwichtigste kommt immer am Schluss. Es besteht aus einer 18ct Goldperle, die genau am Berührungspunkt zwischen Feder und Eukalyptusblatt positioniert ist.
Ich weiss nicht, was Sie zu diesem Werk und zum Titel sagen. Ich muss sagen, es gefällt mir nicht schlecht.


Objektbild Nr. 29
Auch unter den Acromyrmex gibt es Perfektionisten»

2022, 70x70cm,Museumsglas   CHF 800.- 

Das Bild entstand in einer frühen Periode, wo noch weniger «Spielmaterial» zur Verfügung stand. Damit wurde aber die Kreativität und Phantasie gefordert, was meiner Meinung nach recht gut funktionierte.

Hintergrund

Ich bin überzeugt, Sie leiden auch unter dieser Krankheit. Sie befällt im Herbst tausende Spaziergänger und sie manifestiert sich in einem wahnhaften Verhalten: Schöne, bunte, abgefallene Herbstblätter aufsammeln und sie nach Hause zu verfrachten. 
Dort wartet eine Herbarium-Presse oder ein dickes Buch, die zuerst von den Blättern des letzten Jahres befreit werden müssen. Die kommen dann in eine Schachtel, die bereits mit Blättern der letzten Jahrzehnte überfüttert wurde. 
Wenn man Glück hat, dann ist noch Freiraum zur Verfügung, ansonsten können sich die Bodenblätter ihrer endgültigen Bestimmung auf einem Komposthaufen entgegenfreuen. 
Diese Krankheit hat auch meine Frau befallen. Als wieder einmal dieser Zeitpunkt gekommen war, erinnerte sie sich an mein Talent, selbst aus Edelsteinen etwas zu Schönes zu basteln und daher bekam ich eine ganze Schachtel voller getrockneter Blätter in die Hände gedrückt, mit dem Befehl: «Mach doch was draus».
Eine Erkenntnis einer guten Ehe ist die, dass man Wünsche immer als Befehl auffassen sollte, auch wenn sie nicht immer so gemeint sind. Also an die Arbeit!
Zur Herstellung eines «Kunstwerkes» benötigt man immer Hardware und Software. Die Hardware ist meist der einfachere Teil, die Software – die Idee und Aussage eines Werkes – das braucht Hirn-Zeit. 
-    Um aus naturgefärbten Blättern etwas Expositionables zu machen, müssen sie umgefärbt werden. Keine Frau würde ein Kleid aus naturfarbenem Hanf auch nur anprobieren. Ist der Hanf vergoldet, kann er kosten was er will. 
-    Es muss ja nicht immer Gold sein, aber ein bisschen Makeup kann auch dem schönsten Blatt nicht schaden. Nun haben wir eingefärbte Blätter, und wie weiter?
Die müssen irgendwo hin. Eine Rückwand mit einer Kontrastfarbe wäre hier nicht das Dümmste und da die Blätter nun nicht mehr goldgelb sind, kann man den Hintergrund goldgelb machen.
Jetzt stellen Sie sich vor, sie sehen eine gelbe Wand mit farbigen Blättern drauf. Würden Sie das faszinierend finden? Man kann da schon noch nachhelfen. Zum Beispiel mit einem Rahmen, der richtig etwas hergibt. Das war ja schon zu alten Zeiten ein beliebter Trick um schlechte Bilder teurer verkaufen zu können. Was ist aber die Aussage, die Essenz des Ganzen?
Da muss man Phantasie haben, mutig und frech denken. Ich zeige ihnen, weil sie so geduldig bis hierher mein Geschreibsel gelesen haben, wie so eine Lösung aussehen kann.
Eine Überraschung liefern! Blätter auf gelben Hintergrund können ein Publikum ganz schön zum Staunen bringen, wenn man sie so verändert, dass im Gehirn ein unerwarteter Konflikt erzeugt wird. Und das kann gemacht werden, indem man die Kontur der Blätter, die ja immer sehr kurvig daherkommt, in Teilbereichen exakt gerade abschneidet.
So stellt sich beim Betrachter sofort ein Gefühl ein, wie wenn er gleichzeitig ein Schokoladenbonbon und eine Essiggurke in den Mund nehmen würde. Das Gehirn stellt sofort die Frage: Was soll denn das? Und nun muss man eine spannende Erklärung aus dem Ärmel zaubern.
Um die Spannung noch anzuheizen wird meine Erklärung noch verschlüsselt. Sie wird im Titel nur angedeutet und liefert nur einen Hinweis was der Grund sei. Die Auflösung ist abermals ein Rätsel, denn - dass ein Betrachter den Begriff Acromyrmex kennt - müsste er schon studierter Entomologe sein.
Ich sag es ihnen, aber ungern, da sie selbst darauf kommen könnten: Acromyrmex ist der entomologische Name der Blattschneiderameise. Man kann das sofort mittels einem immer verfügbarem Handy herausfinden.
Und jetzt erst löst sich das Rätsel. Es waren perfektionistisch veranlagte Blattschneiderameisen die ganz sauber, in gerader Linie, die Blätter abgebissen haben.
Um den Betrachter für seinen Geistesaufwand ein wenig zu entschädigen, liefere ich noch einen aufwändig - per Hand gestalteten Rahmen – gratis mit.
Ich glaube, ich muss auch noch darauf hinweisen, dass dieses Werk ein schönes Beispiel dafür ist, dass ein Kunstwerk nicht nur mittels Form und Farbe mit dem Betrachter in eine Wechselwirkung treten kann, sondern auch in viel direkter Art und Weise.




Objektbild Nr. 30
Kunterbunte Abfallparty

2026,30x30cm,  Objektrahmen, Museumsglas  CHF 550.-

Das Leben eines Blattes gehorcht denselben Gesetzen, wie sie für alle Lebewesen gelten: Geburt, aktiver Beitrag zum Erhalt der Spezies und Tod. Blätter erfüllen aber sogar noch nach ihrem Hinscheiden eine letzte, wichtige Funktion. Sie werden wieder zu einem wertvollen Stoff und Nahrung für Milliarden von Mikroorganismen, ohne die die Welt nicht existieren könnte. Das ist doch Grund genug um eine tolle Abschiedsparty zu feiern. Meinen Sie das nicht auch?

Hintergrund

Das hat man davon, wenn man sich ein Image von einem künstlerisch aktiven Abfallverwerter erwirbt. Nicht, dass dies ein Nachteil wäre, denn ich habe im Laufe der letzten paar Jahre von lieben Freunden eine Vielzahl von sogenannt nutzlosen Dingen geschenkt bekommen, womit sich der Schenkende sich selbst, wiewohl auch dem Beschenkten eine Freude bereiten konnte.
Die Spannbreite reicht von trockenen Wurzeln, schönen Steinen, Artefakten von Schmuck-stücken, Sand und Muscheln von einem Strandurlaub usw.
Im vorliegenden Fall habe ich mich aber selber beschenkt.
Das merkt man, wenn man trotz einer Selbstbeschenkung so etwas wie eine Wiedersehensfreude empfindet.
So stiess ich, nichts ahnend, auf eine ganze Kompanie getrockneter Lindenblätter, die auf bessere Zeiten warteten. Und die wollte ich ihnen - nach einer Wartezeit von, na sagen wir x Jahren, auch gönnen.
Der Lebenszyklus eines Lindenblattes ist schnell erzählt: Schlüpfen, wachsen, Licht einfangen, Sauerstoff produzieren, Wasser verdampfen, Abfallen und zu Kompost konvertieren. Das ist schon alles, aber dieses Alles ist Teil eines grandiosen weltumspannenden Prozesses ohne den wir Menschen schön dumm dastehen würden. Das Leben eines Blattes gehorcht denselben Gesetzen, wie sie für alle Lebewesen gelten: Geburt, aktiver Beitrag zum Erhalt der Spezies und Tod.
Blätter erfüllen aber sogar noch nach ihrem Hinscheiden eine letzte, wichtige Funktion. Sie werden wieder zu einem wertvollen Stoff und Nahrung für Milliarden von Mikroorganismen, ohne die die Welt nicht existieren könnte.
Das ist doch Grund genug um eine tolle Abschiedsparty zu feiern. Meinen Sie das nicht auch?


Objektbild Nr. 31
Das letzte Grün ist nicht mehr zu verdauen

2023, 50x50cm, Objektrahmen Museumsglas   Privatbesitz

Raten Sie mal: Wie lange hatte ich zu tun, bis dieses Werk fertig war. Es waren mehr als 4 Monate! Es ist fast unmöglich den Werdegang so verkürzt zu beschreiben, dass am Ende noch etwas herauskommt, das man verstehen kann. Ich rate daher, die lange Beschreibung zu konsumieren, denn nur so sind alle Dimensionen dieses Objektbildes zu erfassen. 

Hintergrund

Sie haben es wahrscheinlich schon bemerkt, das Thema Umwelt liegt mir nicht nur am Herzen, sondern auch gehörig im Magen. Und von dort kommt es mir immer öfter und immer stärker hoch und es ist wirklich zum Kotzen wenn man ganze 80 Jahre miterleben konnte, musste, wie die Natur systematisch vergewaltigt und zugrunde gerichtet wird.
Dabei ist mir durchaus bewusst, dass dieses Gigaproblem sehr vielschichtig daherkommt, denn ich bin bereits als Kind - also vor etwa 75 Jahren - sehr direkt damit konfrontiert worden.
Ich bin in einem kleinen Dorf in Österreich geboren und aufgewachsen. Dieses Dorf liegt in einem sehr engen Tal in dem bereits im vorletzten Jahrhundert ein Mineral gefunden wurde, das sich anfangs des 20. Jahrhunderts als wichtig und dementsprechend auch als wirtschaftlich interessant herausstellte. Die Fundstätte lag nahe dem engsten Teil des Tales, an dem man auch - um die Transportwege kurz zu halten - die Fabrik zur Verhüttung erstellte.
Die Talsohle ist dort lediglich an die 100 m breit. Das Mineral wurde zuerst im Tagebau und später untertags abgebaut und nach einer Zerkleinerung in grossen Schacht - und später Drehrohröfen - bei hohen Temperaturen - gebrannt, ähnlich wie bei der Kalkindustrie. Bei diesem Prozess werden Unmengen von CO2 freigesetzt.
Diese Fabrik wurde von der Bevölkerung als ein Segen empfunden, denn sie gab praktisch den gesamten Tal-Einwohnern Arbeit und Brot.
So war die Fabrik sakrosankt und unantastbar. Obschon man mehr und mehr das Gefühl hatte, dass es dem Wald in der unmittelbaren Umgebung nicht mehr so gut geht, war dieser Aspekt nie ein Thema.
Als aber die Unternehmung eine zusätzliche Veredelungsfabrik baute, da mussten die Frauen zu ihrem Schreck feststellen, dass ihre damals modernen und teuren Nylonstrümpfe – wenn sie in die Nähe der Fabrik kamen – plötzlich Löcher bekamen. Auch die damals topmodernen Nylonhemden durften nicht mehr im Freien zum Trocknen aufgehängt werden. 
Die Ursache war schnell gefunden, denn die neue Anlage bliess ungefiltert Salzsäure-Gas in die Luft. Die Firma zahlte alle Schäden anstandslos.
Dadurch wurde man aber aufgeschreckt und bemerkte, dass auch der Nadelwald in der Umgebung immer brauner und brauner wurde. Dies aber nicht nur wegen der Salzsäure, sondern auch wegen der Unmengen von CO2, die Tag - und Nacht von der Fabrik ausgestossen wurden.
Es dauerte von ca. 1890 bis 1960, bis sich die Natur endlich so deutlich bemerkbar machte, dass die vorher unantastbare Fabrik umwelttechnisch saniert werden musste.
Es ist völlig klar, dass diese Vorkommnisse nicht auf Profitgier zurückzuführen waren, sondern schlicht auf die Tatsache, dass die Zusammenhänge nicht bekannt waren.
Als ich vor einigen Jahren wieder einmal die Gelegenheit hatte meine ehemalige Heimat zu besuchen, da fand ich sie grün vor. Nur die nächste Umgebung der Fabrik war nach wie vor braun. Mir wurde gesagt, dass der Boden dort unwiederbringlich verloren sei. Die Erde ist dort so vergiftet, dass wahrscheinlich nie mehr etwas wachsen kann. Ist einigermassen gut ausgegangen, könnte man sagen.
Denkt man hingegen an all die Wunden im Bereich der Lithium Gewinnung, des Frackings, des Abbaus von Erzen, die Verschwendung und Kontamination von sauberem Trinkwasser, die Verschmutzung der Luft usw. die der Erde täglich neu zugefügt werden und dies in vollem Wissen über die damit verbundenen immensen Risiken, dann kommt mir mit dem Magen auch noch die Galle hoch.
Die Prioritäten und auch die Macht sind heute ausnahmslos in den Händen des Kapitals und das wird immer wesentlich schwerer gewichtet als die Natur.
Mein Ziel war ein Objektbild zu gestalten das diese Thematik in einer Weise vermittelt, dass es fast unmöglich ist, die Augen davon abzuwenden. Überlegen Sie Mal, wie Sie diesen Problemhaufen in eine Form bringen würden, ohne den Betrachter zu vergraulen oder sogar zu schocken.
Eine Möglichkeit besteht darin, ein Bild in Form einer Metapher darzustellen, die in ihrer optischen Umsetzung die Thematik grundsätzlich darstellt, auch um den Augen zu- Ohren zu - Reflex zu blockieren.
Zuallererst muss das Bild neugierig machen und in der Folge dem Betrachter den Durchblick auf die Grundaussage freimachen. Zudem sollte dieser optische Input so stark sein, dass der Betrachter nicht umhinkann, sich selber von diesem Bild zu erzählen.
Der Vision des Bildes geht von verschiedenen Aspekten aus: 
-    Die gesamte „Umwelt“ ist leblos und besteht ausschliesslich aus leblosen Objekten.
-    Ein grüner Buchrücken mit dem Titel: „The Last Green“ hebt sich farblich stark vom restlichen Bild ab.
-    Eine recht grosse Zahl an offensichtlich noch lebenden Blattschneiderameisen ist dabei, den grünen Buchdeckel zu zerschneiden und die Schnitzel in ihr Nest in der rechten unteren Ecke einzutragen.
-    Der Titel des Bildes „Das letzte Grün ist nicht mehr zu verdauen“ weist darauf hin, dass offenbar kein natürliches Grün mehr verfügbar ist.
Ich habe Ameisen als die letzten lebenden Wesen ausgewählt, denn sie gibt es schon seit ca. 150 Millionen Jahren. Sie haben wahrlich schon Erfahrung in der Anpassung an veränderliche Umweltbedingungen und wenn ein Lebewesen schon bewiesen hat, im Kollektiv in allen denkbaren Lebensumständen überleben zu können, dann traue ich diesen Super-Kreaturen zu, auch die kommenden Herausforderungen besser meistern zu können, als ein Wesen, dass seine Ziele primär aus dem Besitz von materiellen Werten bezieht.
Tote Dinge zu sammeln ist kein Problem. Man sollte aber auch für diesen Bodensatz an Relikten aus guten Zeiten interessante Dinge und sehr vielfältige Objekte zur Verfügung haben. Im Bild findet man Objekte aus der Natur, auch echte, wertvolle Edelsteine, Samen, Knochen usw. Die Verwendung von relativ vielen Komponenten von Uhren hat auch seinen tieferen Sinn. Auch ein Foto von mir ist integriert.
Das eindeutig Schwierigste war aber, Blattschneider-Ameisen zu beschaffen.
Es gibt – und Sie wussten das sicher vorher auch nicht – einen Kreis von Ameisenliebhabern, die lebende Ameisen wie Haustiere halten und züchten. Daher gibt es auch Geschäfte, bei denen man Ameisenvölker verschiedenster Art, wie Kanarienvögel kaufen kann. 
Dieses Geschäft hat auch „Abfall“, d.h. tote Ameisen, die normalerweise entsorgt werden. Nach Anfrage konnte ich eine ausreichende Menge solcher toten Blattschneiderameisen beziehen, doch da musste ich auch noch dazulernen.
Wenn in einer Natursendung am Fernsehen Blattschneiderameisen gezeigt werden, dann sehen diese recht gross aus, und auch die Blattabschnitte – die sie fleissig abbeissen und heimtragen - geben den Eindruck recht gross zu sein. In Tat und Wahrheit sind die Ameisen lediglich 3 mm lang und die Blattabschnitte maximal 10x10 mm.
Zudem ziehen Ameisen, wie übrigens alle anderen Insekten auch, wenn sie sterben ihre Beine an. D.h. diese Ameisen würde man auf dem Bild als solche kaum erkennen.
Da war guter Rat teuer! Ich habe mich kostenlos selbst beraten und beschlossen in Heimarbeit selbst Ameisen hinreichender Grösse herzustellen.
Da muss man zuerst die Anatomie von Ameisen studieren. Da ich ja in den Toten eine Vorlage hatte, konnte ich eine vergrösserte Version ableiten.
Der Hinterleib ist der grösste Teil, daran folgt der Mittelteil und schlussendlich der Kopf. Zudem sind 6 Beine vorhanden. Die drei Körperteile musste ich aus Holzperlen zurechtschleifen und schlussendlich mussten alle Teile miteinander verbunden werden.
Der Kopf hat eine komplexe Form und ich musste auch einen feinen Schlitz einfräsen, damit die Ameise das abgebissene Blattstück transportieren kann. Am Schluss wurden alle Ameisen lackiert und manche auch mit einen abgebissenen Blattstück versehen.
Das Bild zeigt eine «Ameisenstrasse» vom Blatt zum Nest (rechts unten), wo die Blattteile abgeladen werden und eine Gegenspur vom Nest zum Blatt.



Objektbild Nr. 32
Das Goldglöckchen

2024, 28x28cm, Objektrahmen Museumsglas   

CHF 400.-

Liebt ölhaltige Böden!

Auslöser war ein älterer Rahmen, der aus dem Iran stammt. So ergab sich eine Gedankenbrücke zu Oel und Geld die nun in Form von attraktiven Pflänzchen mit Blüten aus Münzen in Szene gesetzt sind.

Hintergrund

Im Dachboden des Schulhäuschens, ein heiliger Ort, an dem verblasste Erinnerungen an frühere Zeiten trocken zwischengelagert werden können, befand sich auch seit geraumer Zeit ein Bilderrahmen, an dem ambivalente Gefühle klebten. Man wusste nicht so recht, was man damit anfangen sollte. Er war Teil eines geschenkten Mitbringsels von einer Ferienreise von Bekannten in den Iran und bestand aus einem maschinell strukturierten Holzrahmen, der einem traditionell sowie maschinell bemalten Keramikteller eine geschützte Bleibe bot. 

Der Teller wurde gelegentlich von seinem Drumherum befreit und fristete sein Dasein seitdem als garantiert „antikes“ Stück an einem Logenplatz eines Bücherregals.

Der Rahmen kam mir aber wie bestellt, denn ich hatte die Idee ein Objektbild zu gestalten, in dem das Thema Natur und deren Ausbeutung thematisiert würde. 

Die Ausführung war schnell erdacht und auch gemacht: Aus einem von Blättern bedeckten Boden spriessen Blütenkelche, aus denen wiederum Fruchtkörper in Form von vergoldeten Münzen in die Höhe wachsen. Ein schwarzer Hintergrund soll das schwarze Öl assoziieren. 

Der fein gewürfelte, teilvergoldete Rahmen passt ideal zur Thematik.


Objektbild Nr. 33
Mikroaufnahme der Kugelalge Corella vulgaris»

2024, Objektrahmen, Museumsglas   Privatbesitz


Hintergründe

Nein, das muss ich Ihnen nicht erklären. Das kennen Sie sicher. Man sitzt völlig unschuldig da und frägt sich, schläft jetzt die linke oder die rechte Hirnhälfte?
Ich habe irgendwo gelesen, das könne man mit einem Trick irgendwie feststellen, aber solche Sachen vergisst man schnell. Wahrscheinlich, weil eine Seite gerade schnarcht.
Ich aber hatte ein Problem, denn ich sass vor einem neuen Objektbild, dessen Titel ich schon gewusst habe, doch er war mir nicht mehr bewusst. 
Aber solche Zwickmühlen bieten immer eine Gelegenheit Neues auszu-probieren. Neugierig wie ich bin, nahm ich die Gelegenheit wahr und offerierte ein Foto des Objektbildes einer KI. Ich war nicht schlecht erstaunt als tatsächlich ein Treffer angezeigt wurde.
Mein Objektbild wurde als eine eingefärbte Mikro-Aufnahme der Kugel-alge Corella vulgaris auf unklarem Untergrund interpretiert. 
Genau das war der gesuchte Titel. Ihnen verrate ich aber, aus was das Bild wirklich besteht.
Man nehme eine 102-jährige Arven-Wurzel, die in einem ur-schweizer Hochwildbach über Jahrhunderte sorgfältig skulpturiert, kastriert und filetiert wurde und lege sie für mindestens 32 Jahre südseitig auf ein Fensterbrett. Bei einsetzender Zersetzung und/oder Befall durch Arvenholz-Würmern, ist die Zeit gekommen, die Wurzel ihrer adäquaten Bestimmung zuzuführen.
Die Wurzel mit ihrer charakteristischen Form würde sich eigentlich selbst genügen, doch als ein weibliches Wesen (die Wurzel) ist sie einem weiteren Upgrading mit Hilfe einiger Glitzersteinchen – österreichischer Provenienz - sicher nicht abgeneigt.
Das Resultat ist eine kurvenreiche, aufgetakelte Diva, die ohne Entourage recht spitzgiftig daherkommt. Da sind akkurat aufgeputzte, mit Gold beladene Verehrer immer gern gesehene Geschmacksverstärker und mit ein wenig Grünfutter aus jungem Gemüse, kann man auch dem schlechten Gewissen den Platz streitig machen.
In einer petrolfarbigen Umgebung präsentiert, könnte dieses Gericht auch einem Herrn Bocuse gemundet haben.



Objektbild Nr. 34
Nachweis einer neuen, rätselhaften Krankheit

2026, 45x45cm, Objektrahmen, Museumsglas

CHF 750.-

Nach der Suche nach der Ursache einer immer häufiger auftretenden Geisteskrankheit wurde eimem Befallenen eine Zelle des Gehirns entnommen un mikroskopisch untersucht.

Auf Grund des Untersuchungsergebnisses wurde  Handyplagnose als Ursache erkannt.
Leider gibt es bis zum heutigen Tage noch keine Heilung möglich.
(Für Nicht-Lateiner: Plaga ist das lateinische Wort für Seuche.)

Hintergrund

Beim Besuch des Frühlingsmarktes in Männedorf konnte an einem Stand die Herstellung verschidenster Kunststoffteile mittels 3D-Druck beobachtet werden.

Dabei ist mir eine Flasche mit verknäuelten Kunststofffäden auf. 

Das Material fällt beim reinigen der Druckdüsen an. Da war wieder das unrtügliche Gefühl da, dass daraus ein Objektbild entstehen könnte.

Bei der Heimfahrt von Männedorf nach Volketswil waren recht viele Jungentliche im Bus. Und alle - wirklich alle - starrten auf ihr Handy!

Damit hatte ich schon ein Thema für das Bild gefunden.

Das Bild soll uns bewusst machen, dass dieses Verhalten über kurz oder lang negative Auswirkungen auf die einzelnen Nutzer, aber auch die Gesellschaft als Ganzes , haben wird.

Ich gehe gedanklich gleich unter die Schädeldecke und gestalte mit Hilfe der gekräuselten Kunststofffäden und anderen kleinen Dingen einen Dünnschliff durch Nervenzellen eines Gehirns.

Eingebettet in diesen See von verknäuelten Proteinen ist das Bild eines Handys erkennbar.

Das soll zeigen, dass das Handy wie ein Virus sich bereits in den Gehirnzellen eingenistet ht und Von dort nicht mehr "wegzudenken" ist.

Zudem haben es diejenigen, die das Handy mit "Schrott" versorgen, in der Hand das Verhlten der Benutzer sowohll in moralischen, wie auch politischen Aspekten  zu manipulieren!


Objektbild Nr. 35
Liegt die Phantasie in Ketten..

2024, 30x30, Objektrahmen Museumsglas   CHF 700.-
Liegt deine Phantasie in Ketten,
und ist schwerlich noch zu retten, 
dann erwäge,
den Kauf von einer Kettensäge
 

Hintergrund

Um ehrlich zu sein, der spezielle Knochen ist mir schon lange im Magen gelegen. Um den zu einer für das gemeine Volk einigermassen verdaulichen Kost zu verändern, bedurfte es dreieinhalb Nächte und vier Tage.

Ein symmetrischer Bildaufbau lag nicht drin, denn ich hatte nur eine Lammschulter zur Verfügung. Unser Lieferant für selbst-produziertes Bio-Fleisch hatte die zweite bereits in selbst-verdiente Bio-Franken verwandelt.

Der Rest war, ich würde sagen, recht mager. Ein paar Röhrenknochen, ein paar Perlen und ein Stück vernickelte Eisenkette. Das war’s etwa. Die grosse Bleikugel kam erst ganz am Schluss in’s Spiel.

Der Lammschulter-Knochen hat – wie Sie sicher wissen - eine sehr komplexe Form. Nach einer Seite hin ist es ein Dreieck auf die entgegengesetzte Seite hin formt sich eine Art Nase. Da muss man scharf überlegen, wie man daraus ein Wesen schafft, das man auch als Wesen erkennt. Hier helfen wieder die Augen. Will man daraus eine Person formen, dann sind Hände und Füsse recht nützlich, wenn nicht absolut zwingend. Das ist mittels der Röhrenknochen aber recht einfach.

Ein Gesicht macht aber noch keine Geschichte. Nach einigen Stossgebeten zum heiligen Phantasticus wurde mir eine Idee eingehaucht: Eine Person, die mit Hilfe der vorhandenen Kette gefesselt ist. Zudem bekam ich einen passenden Reim gratis dazu geliefert:

« Liegt deine Phantasie in Ketten und ist schwerlich noch zu retten, dann erwäge, den Kauf von einer Kettensäge»

Das zentrale Element, das Schulterblatt musste dominant hervorstechen: D.h. mit Goldbronze lackiert werden. Die Augen – setzt man sie einfach auf eine Fläche - dann werden sie zu Glubschaugen, die man nicht mehr ernst nimmt. Somit wurde eine zusätzliche Fassung gezaubert und in einigem Abstand eine «Einfassung» modelliert, die dem Ganzen eine höhere Glaubwürdigkeit verleiht. 

Da das Schulterblatt sich in die Länge zieht, konnte man auf einen Bauch verzichten. Wichtig waren aber die Extremitäten, d.h. Hände und Füsse. Dazu eignen sich die mitgelieferten Röhrenknochen hervorragend. Werden diese schwarz-weiss geringelt, dann ist der Häftling schon fast fertig. 

Die Detailausführung durch die Platzierung von vielen, sehr kleinen Glasperlen – ich war froh, dass ich sie sinnvoll verarbeiten konnte – und von tropfenförmigen Wachsperlen war dann mehr oder weniger Fleissarbeit. Aber es zeigt sich immer wieder, dass gerade diese kleinen Details den Charm eines Bildes ausmachen. 

Nun noch die Fesselung durch eine Kette. Diese Kette, die an allen vier Eckpunkten des Bildes fixiert ist und auch die Arme, ein Bein und die Nase einschliesst gibt dem Bild einen Rahmen und stellt auch eine Grenze der Unfreiheit dar. Sie ist auch zusammen mit der grossen Metallkugel integraler Teil der Bildessenz. 

In diesem besonderen Fall ergibt sich die Möglichkeit ein Bild mit einem Text zu einer Ganzheit zu verschmelzen, wie es selten gelingt. 

Aktuell:

Ausstellung unter dem Motto:

" Wenn Schönheit deine Seele küsst, dann wird das Glück geboren"


Ausstellung im Gemeindezentrum Volketswil, In der Au 1

vom 21. Mai bis 26. Juni 2026

Mo - Fr 9.00 - 21.00Uhr

Zusätzlich:     Pfingstmontag, 25.Mai von 13.00 - 20.00 Uhr

                         und Sa/So 13. / 14. Juni 13.00 - 20.00 Uhr

                        Walter Schmidt ist anwesend.

Vernissage: Donnerstag 21. Mai 2026, 18.00

Vita:

Walter Schmidt

Geboren: 1944 Nähe Graz, Steiermark

Ausbildung:

1972 Technische Hochschule Graz, Dr.tech ( Physik)

1973 Auswanderung in die Schweiz

1973 Zentrale Forschung Alusuisse, BBC Dättwil, Contraves

1991 MBO, Gründung der Firma Dyconex AG

1995 Erste künstlerische Aktivitäten (Hobby) gefolgt von 

- Schmuck Design, Goldschmiede, Emailkunst

- Digital Painting: Erste Austellungen in der BRD, Österreich und der Schweiz

- Graphik: Heliographien. Erster Auftrag zur Gestaltung eines Zyklus mit 30     Heliographien mit dem Thema "Electronic goes green" von der Fraunhofer     Gesellschaft, Berlin.

- Verschiedene Ausstellungen in Österreich und der Schweiz

2003 Gründung der Firma PlantCare

2020 Beginn der Arbeiten an Objektbildern

2022 Erste Ausstellung von Objektbildern in Russikon





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